Kuchen aus Kokosmehl bei Süßhunger? | Rezept (375 kcal.)

Manchmal bekommt man einen mega Appetit auf Kuchen, möchte aber sein Kalorienbudget nicht überstrapazieren. Man wünscht sich einen Kuchen, den man mit gutem Gewissen essen könnte. Schön wäre, er würde nachhaltig sättigen, anstatt nur — wie es oft der Fall ist — noch mehr Hunger auf noch mehr Süßes auszulösen. Und richtig geil wäre, der Kuchen würde trotzdem noch nach Kuchen schmecken!

Da ich einen Kuchen gefunden habe, der für mich tatsächlich so funktioniert, will ich das Rezept, das ich für mich angepasst habe, mit euch teilen. Dieser Kuchen passt gut in meine Makros, hat relativ wenig Kalorien und macht wirklich satt. Und vor allem ist der Süßhunger danach zuverlässig verschwunden. Ohne Gewähr natürlich — jeder Mensch tickt bekanntlich anders.

Heute kam dieser Kuchenhunger, und da das folgende Rezept nur wenig Zutaten benötigt, habe ich diese meist auf Vorrat. Puuuuh, das hat mich vor einem unerwünschten Kalorienüberschuss gerettet! Der Kuchen gelingt übrigens auch gut mit Dinkelvollkornmehl (mag ich sehr gerne). Warum ich trotzdem Kokosmehl für diesen Kuchen verwende, erzähle ich besser erst nach dem Backen, weil das ziemlich ausführlich wird.

Der ganze Kuchen (in diesem Fall gebacken mit Kokosmehl und Apfelkompott, ohne Zucker) hat: 375 Kcal. | 49,7 g KH | 11,8 g Fett | 15,8 g Eiweiß | 26,6 g Ballaststoffe

Zutaten

  • 60 g Kokosmehl – wahlweise Vollkornmehl
  • 5 g Flohsamenschalen – kann man auch weglassen, dann evtl. entsprechend mehr (Kokos-)Mehl
  • 1 Ei
  • ca. 250 g Apfelkompott oder 1 mittelgroßer Apfel

Zubereitung

  • Backofen auf 180° C Umluft vorheizen
  • Zutaten  mit einem Rührlöffel mischen – es entsteht ein weicher, aber nicht fließender Teig

Nun einfach mal ein Zipfelchen vom Teig kosten … eine feine Süße, oder? Wer es noch süßer möchte, muss nachhelfen; beispielsweise mit Zucker, Xucker (light), Stevia, Süßstoff oder was es noch so alles gibt; je nachdem was das Kalorienbudget noch hergibt. Ich bin mit Zucker vorsichtig, da dieser ab einer bestimmten Menge den Süßhunger wieder triggert. Der im Kokosmehl enthaltene Zucker allein löst das nicht aus, meiner wiederholten Erfahrung nach.

  • eine Springform/ Silikonform (18 cm) mit etwas Kokosöl hauchfein fetten
  • den Teig hineingeben und glattstreichen
  • ca. 30 bis 35 Minuten auf mittlerer Schiene backen
Der Kuchen kommt optisch eher bescheiden daher. Allerdings kann man ihn lecker mit cremig gerührtem Vanillequark und ein paar Beeren anrichten. Mir hat der Kuchen gereicht, deshalb liegt er nackich auf dem Teller. *yummi*

Kokosmehl oder Dinkelvollkornmehl?

Vorweg: Ich koche und backe sehr gerne mit Dinkelvollkornmehl! Es geht mir nicht darum, das eine besser als das andere zu reden, sondern ich möchte nur erklären, warum ich für dieses „Kuchenrezept bei Süßhunger“ das Kokosmehl bevorzuge.

Ein Grund ist natürlich im süßen Geschmack zu finden. Warum aber ein Kuchen aus diesem Mehl so  gut für mich und meinen Ernährungsplan  funktioniert, liegt auch in seiner Zusammensetzung begründet. Ich vergleiche mal:

Kilokalorien auf 100 g

Dinkelvollkornmehl: 334 kcal.
Kokosmehl: 340 kcal.

Der Kaloriengehalt ist also nahezu gleich. An dieser Schraube gibt es nicht viel zu drehen. Werfe ich also einen Blick auf die für mich wichtigen Makros:

Fett auf 100 g

Dinkelvollkornmehl: 2 g
Kokosmehl: 11 g

Vor noch gar nicht so langer Zeit hätte ich mich allein aufgrund des niedrigeren Fettgehalts für Dinkelvollkornmehl entschieden. Liegt daran, dass all die Jahre, da allen Abnehmwilligen „no fat“ oder mindestens „low fat“ gepredigt wurde, tiefe Spuren bei mir hinterlassen haben. Heute weiß ich natürlich, wie wichtig ausreichend Fett für den Körper ist. Dennoch fällt es mir immer noch schwer, meinen täglichen Mindestbedarf an Fett (50 g) zu decken.

Für meine Bedürfnisse bringt der Kuchen gerade die richtige Menge an Fett mit. Noch mehr Fett wäre hier leicht möglich; bspw. durch die Zugabe von etwas Erdnussmus oder gehackten Nüssen. Schmeckt auch lecker.

Wichtig für mich: Esse ich nicht genügend Fett, so signalisiert mein Körper häufig noch Hunger, selbst wenn mein Kalorienbedarf gedeckt ist!

Kohlenhydrate auf 100 g:

  • Dinkelvollkornmehl: 61 g
    – davon Zucker: 1 g
  • Kokosmehl: 21 g
    – davon Zucker: 17 g

Auf den ersten Blick ein klarer Fall für mich — Kokosmehl hat echt nur wenig Carbs. Aber, oh Schreck, viel mehr Zucker als das Dinkelmehl! Zucker! Böse! Was tun?

Idee: Kokosmehl verwenden und stattdessen an zugesetztem Zucker sparen oder diesen ganz weglassen! Die natürliche Süße ist also – wer hätte das gedacht – ein weiterer Pluspunkt für mich.

Eiweiß auf 100 g:

  • Dinkelvollkornmehl: 12 g
  • Kokosmehl: 20 g

Was die Eiweißaufnahme anbelangt, strebe ich momentan in etwa 100 g täglich an. Fiel es mir anfangs noch schwer, täglich auf diesen Wert zu kommen, ist das heute anders. Es ist aber vor allem deshalb leichter, weil ich grundsätzlich mehr eiweißreiche Lebensmittel verarbeite (die Sache mit dem Kleinvieh …). Außerdem sättigt Eiweiß hervorragend/ bewirkt keine „Blutzucker-Peaks“. Also noch ein Pluspunkt, wobei das Dinkelmehl in dieser Hinsicht auch gar nicht so schlecht im Rennen liegt.

Ballaststoffe auf 100 g

  • Dinkelvollkornmehl: 12 g
  • Kokosmehl: 39 g

Ballaststoffe sorgen für eine lang anhaltende Sättigung und fördern die Darmtätigkeit. Für mich ein weiterer Pluspunkt gegenüber dem Dinkelmehl. Wer bei vielen Ballaststoffen eher Probleme mit dem Darm bekommt*, kann auch Kokos- und Dinkelmehl mischen, um dennoch den Vorteil einer  nachhaltigen Sättigung zu haben. Oder auch einfach um Geld zu sparen, denn das Kokosmehl ist deutlich teurer als Bio-Dinkelvollkornmehl. Geschmacklich finde ich die Mischung auch sehr gut — habe das probiert.

Habe ich etwas vergessen? Mir raucht der Kopf — ich glaube, es wird gerade jede Menge Kokosmehl verbrannt. 😀

* Dann evtl. auf die Zugabe der Flohsamenschalen verzichten oder nur 2 g nehmen. Das Zeug wiegt fast nichts, da sind 2 g schon etwas – bindet viel Flüssigkeit, wie man am Teig merkt. Wichtig: ausreichend Trinken, sonst droht möglicherweise Verstopfung.

Sport | … erleichtert …

Ich schau eher sporadisch in die Statistik meiner Trainings-App, doch dieses Mal wollte ich mich vergewissern, dass Tag B tatsächlich wieder gut gelaufen ist. Auf der Abbildung gut zu erkennen ist der als Leistungseinbruch erlebte Trainingstag B am 14. Juli: Für mich überraschend ist, dass heute — auch insgesamt betrachtet — ein leichter Anstieg zu verzeichnen ist. Dass die Kurve im gesamten Trainingsverlauf flacher wird, ist ja zu erwarten. Deshalb waren meine Erwartungen nach dem Einknicken auch nicht so hoch, ich hoffte nur, nicht noch schwächer geworden zu sein.

Trainingstag B | Zwischen dem 29.6. und dem 14.7. wäre eigentlich noch ein Eintrag für den 6.7./  7.7. zu erwarten. Das war jedoch der Deload während der Speedweek, so dass Training B in der Woche ausfallen musste. Den Knick erklärte das – zumindest in meinen Augen – trotzdem nicht.

Ich habe überlegt, dass es eine generelle Sorge sein könnte, die mich eher halbbewusst umtreibt: In meinem Alter baut man leistungsmäßig eher ab. Eine Frau in meinem Alter, die schon seit zwanzig Jahren trainiert, wird womöglich trotz hartem Training eine eher abfallende Kurve sehen. Ich zehre halt als Alte trotzdem noch vom Anfängerbonus und startete ja quasi bei Null. Unterm Strich ist die seit Ewigkeiten trainierende Frau meines Alters natürlich deutlich fitter als ich. Was wollte ich sagen? Ach so, ja, da ist wohl die insgeheime Sorge, es könne nun schon dauerhaft abwärts gehen. Aus Altersgründen. Klar, irgendwann werde ich mich dem eh stellen müssen. Nur nicht so gerne heute schon! 😉

Sportprotokoll

Donnerstag, 20.7.2017

Nüchternlauf: 10,2 km | 0:58:27 | Pace: 5:44

Training B

  • Kreuzheben | Langhantel
    20 x 40 | 20 x 40 kg | 16 x 44 kg
  • Bulgarian Split Squats | Kurzhanteln (2 x 10 kg)
    20 | 20
  • Langhantelrudern im Untergriff, vorgebeugt
    17 x 32 kg | 17 x 32 kg | 14 x 32 kg
  • Trizeps Flachbankdips, Beine hoch
    13 x 13 kg | 10 x 13 kg | 11 x 13 kg
  • Flachbankdrücken | Kurzhanteln
    12 x je 14 kg | 11 x je 14 kg | 11 x je 14 kg | 11 x je 14 kg
  • Schulterdrücken | Langhantel
    14 x 18 kg | 10 x 18 kg | 11 x 18 kg
  • Fliegende, umgekehrt | Kurzhanteln
    20 x je 7 kg | 20 x je 7 kg | 20 x je 7 kg
  • Beckenheben | Langhantel
    12 x 34 kg | 13 x 34 kg

Mittwoch, 19.7.2017

  • Trainingsfrei!
Radfahren zur Entspannung: 21,65 km

Dienstag, 18.7.2017

Nüchternlauf: 10,2 km | 1:00:13 | Pace: 5:54

  • Radfahren: 25,96 km
  • 1 Std. Jumping Fitness

Montag, 17.7.2017

Training A

[Platzhalter – wird morgen nachgetragen – die Zeit, die Zeit …]

  • 22,22 km Radfahren
  • 30 min. Zirkeltraining

Die Pobrustwarzenknospe

Traum vom 11. Juli

Die Zufahrt zum Antriebsstoff und der Weg meiner Herkunft treffen im rechten Winkel aufeinander. Genau an diesem Punkt stehe ich. Selbstvergessen, mit nach links gedrehtem Oberkörper, schaue ich auf meinen nackten Po, wie in einem Spiegel. Die Pobacken haben sich verändert. Sie sind sehr rund und fest.

Mitten auf ihnen ist eine junge Brustwarze entstanden, wodurch die Pobacken fast ein wenig Brüsten ähneln. Mir fällt ein — da ich eine Erklärung dafür suche –, dass es bei Männern, die Anabolika nehmen, zur Gynäkomastie kommen kann. Aber ich bin ja kein Mann und irgendwelche Substanzen nehme ich auch nicht … — oder? Eine sanfte Stimme erklärt, dieser Effekt auf meinen Pobacken sei kein Makel, sondern eine natürlich entstandene Auszeichnung, die von hartem Training und viel Disziplin zeugt. Ich bleibe unsicher … höre ich vielleicht meine eigene Stimme nur, die mich beschwichtigen will? In diesem Moment treibt eine der Brustwarzen aus … ein hauchzartes Hautstängelchen wächst wie im Zeitraffer, mit der Brustwarze als Blütenknospe voran, aus der Pobacke.

Bald neigt sich die Brustwarzenknospe dem Boden zu und lässt dort eine cremige Masse  herausquellen: Dabei macht sie leicht kreisende Bewegungen und gebiert so eine formvollendete Schnecke aus Kot. Bin ich im ersten Augenblick noch fasziniert von all der Zartheit, dem Schönen, dem Natürlichen und der Ästhetik dieser wunderbaren Schnecke, kommt mir mit einem Mal die Möglichkeit in den Sinn, die Eltern oder Nachbarn könnten diesen Kothaufen hier entdecken. Niemand würde die Schönheit erkennen, alle würden nur die Nase über mich rümpfen und mich als Schwein bezeichnen. Ich bin über mein Tun erschrocken und … spüre zugleich den Schmerz eines großen Verlusts.


Verblüffend in diesem Zusammenhang, dass mir die ringelnitze tatsächlich mehr Brustwarzen als üblich zugestehen, ohne zu dem Zeitpunkt von meinem Traum gewusst zu haben.

Sport | Es läuft nicht

Zu diesem Eintrag muss ich mich durchringen. Es schreibt sich halt beschwingter, wenn das Training gut läuft,  ich mit meinen Leistungen einigermaßen zufrieden bin und somit die Energie nur so pulsiert. Die aktuelle Lage ist anders. Erstens scheine ich, bis heute andauernd, ein kleines Leistungstief zu haben und zweitens war der letzte Besuch des Trimm-Dich-Pfades ziemlich ernüchternd. Ich hatte mich so auf das Hangeln gefreut …

Wenn es nicht läuft, dann läuft es eben mal so richtig nicht. Keine einzige brauchbare Aufnahme war entstanden.

Bereits auf der Fahrt mit dem Rad zum Trimmgelände fröstelte ich. Bei der Ankunft hatte ich eiskalte und klamme Finger. Im Wald war es noch feucht vom letzten Regen; meine Finger waren steif und etwas taub, als ich meinen Fuß zum Einstieg in die Kerbe der Hangelstation keilte. Woran ich gar nicht gedacht hatte: dass das Holz der Griffe vom nächtlichen Regen noch feucht und glubschig sein könnte. No Grip. Es kostete mich schon zu viel Kraft, mich nahezu unbewegt daran zu halten. Nur mit höchster Konzentration kam ich Stange um Stange weiter und die Kraft war so viel zu schnell verbraucht.

Erster Versuch = Stange 4 | 2. Versuch = Stange 3

Selbst das Beinheben war schwieriger; aber immerhin wird dadurch die Körperspannung noch besser trainiert, wenn man jeden unnötigen Schwung vermeiden muss. Trotzdem, es gibt kein Schönreden: ich war megaenttäuscht. Ach ja, zu allem Überfluss fühlte ich mich auch voll kraftlos und schwer, schob das Misslingen beim Hangeln letztlich doch auf mich. Mehr Disziplin und Leidensfähigkeit hätten auch mehr Leistung zutage befördern können; so warf ich mir vor. (Jaaaa jaaa, du blöde Kuh, antwortete ich mir im Stillen).

Dazu hatte ich mir bei der Hausarbeit die LWS vergniesgnaddelt. So traute ich mich nicht an mein Schlingentraining.

Der Einstieg zum Laufen am Sonntag war auch so richtig elend. Der untere Rücken fühlte sich steif an – einzig meine Annahme, dass diese Steifheit von einer Verspannung rührt, ließ mich die Laufschuhe überhaupt anziehen. Laufen lockert meist. Hinzu kam allerdings, dass ich schon seit Samstag einen prallen Blähbauch spazieren führte, dazu krampfartige Anwandlungen im Darm hatte und mir selbst die Reiswaffeln wie ein Stein im Magen lagen (vermutlich hatte sich die Verdauung für einen Streik auf allen Ebenen entschieden). Da ich bis zum Abend auf Besserung gehofft hatte, war der Lauf nicht mehr anders zu legen und ich trabte unglücklich los. Erst schien mir, ich könne wegen meines Rückens gar nicht so recht ins Laufen kommen. Nach einem Kilometer war der Rücken fast frei und wenigstens mein Laufapparat schnurrte später wieder reibungslos. Wäre da nicht diese harte runde Wampe gewesen.

Die Wochenübersicht

Schluss hier. Ich habe keine Lust, mich weiter damit zu befassen. Blick nach vorn!


Der Ausbruch | Realität und Traum

Seinen Träumen folgen?

Immer mal wieder lese ich, man solle seinen Träumen folgen. Welche Art von Träumen hat man da vor Augen? Lichte Träume von Glück und Unbeschwertheit? Den Traum vom goldenen Horizont, den man erreichen wird? So in etwa stelle ich mir das in naiven Momenten vor.

Was ist eigentlich mit den angstauslösenen, den beunruhigenden und den finsteren Träumen? Soll man diesen auch folgen? So eine blöde Frage! Natürlich nicht! Lieber soll man froh sein, dass das nur ein schlechter Traum war! Wirklich … ?

Ich folge gerade einem „schlechten Traum“ im Wachleben, um ihn auf dieser Ebene zu Ende zu führen. Ehe die Traumerinnerung vergeht, will ich also die durch den Traum in Gang gesetzte Dynamik für mich nutzen, um den letzten Schritt zu vollziehen.

Worum geht es?

Das Zirkeltraining … Bereits seit Monaten tendiere ich zum Absprung (Kündigung des Vertrags). Wie es überhaupt zu dem Gefühl einer so ungeheuren moralischen Verpflichtung kommen konnte … Die Geschichte(n) und die Zusammenhänge, die da zu erklären wären, sprengen wahrlich den Blograhmen.

Dieser Traum, den ich gleich beschreiben werde, brachte mich viel direkter mit meinen Gefühlen in Kontakt, als ich das im Wachleben und in der Situation zulasse. Dazu wurden mir meine Knackpunkte klarer, so dass ich mich damit auseinandersetzen konnte. Die Ängste aus der Distanz analysieren und einordnen: sind sie gerechtfertigt oder nicht! Und dann tief durchatmen und den Weg der Angst gehen, weil ich weiß: es kann nichts Schlimmes geschehen, ich muss „nur“ den befreienden Schritt machen.

Der Ausbruch

Am 15. Juli träumte ich …

Heute werde ich wieder am Zirkeltraining teilnehmen. Als ich aus der Umkleide komme, fallen mir auf der Trainingsfläche die unüblichen Aufbauten auf. Die Zwischenstationen wurden aufwändig ausstaffiert. Jemand sagt, heute sei „Fun-Tag“.  Na, das kann ja heiter werden … Wegen des Fun-Tags können wir auch nicht direkt in den Zirkel einsteigen, sondern müssen uns in die Reihe der Wartenden stellen. Die Stationen sind zeitaufwändiger, was den normalen Durchlauf behindert. Nicht nur, dass ich warten muss, auf diese Weise bin ich auch noch unfreiwilliger Zuschauer eines albernen Spektakels, an dem ich in keiner Weise beteiligt sein möchte.

Einige große, dicke blaue Turnmatten wurden zu einer Hüpfburg gestapelt. Nach und nach gehen die Frauen also dorthin, um den kleinen Parcours zu meistern. Auf dem Weg wandeln sie sich zu kleinen Windelkindern, die johlend und mit ungeschickten Schritten den mattenweichen Zugang hochstapfen und sich dabei gegenseitig bunte Schwimmnudeln auf die speckige Kehrseite kloppen. Die erste „Hürde“ scheint zu sein, dabei sein Gleichgewicht zu halten, während es scharf nach links um eine hochkant gestellte Matte herum und von dort direkt nach oben ins Zentrum der Hüpfburg geht. Hmm, das soll wohl die eigentliche Herausforderung sein, überlege ich gelangweilt. Auf der Hauptmatte macht man dann einige vergnügte Hüpfer, um schließlich den letzten Satz in Form eines Absprungs zu absolvieren. Es ist mir ein Rätsel … alle machen diesen Zirkus ganz selbstverständlich mit.

Die Atmosphäre ist aufgeregt. Ach, und das dazu: die Inhaberin ist heute aus dem Urlaub zurück, schaut mürrisch drein. Sie ist mit ihren Mitarbeitern unzufrieden Klar, es läuft gut, aber es könnte immer noch besser laufen – … viel viel besser! Hinter mir steht eine Frau, die – wie ich – seit der ersten Stunde dazugehört. Ihre Wangen sind vor Aufregung gerötet; wird sie die Übungen meistern können, scheint sie sich zu fragen. Hinter vorgehaltener Hand zwar, schreit sie mir dennoch so laut in den Nacken, dass ich vor Schreck den Kopf einziehe, um meine Ohren mit den Schultern zu schützen. Eine vielleicht unbewusste Unsicherheit mag ihr diese zu aufgeregte und laute Stimme verleihen. Dunkel glänzen ihre Augen …

Ich kann mir nicht vorstellen, diesen Zirkel über drei Runden mitzumachen. Aber natürlich, ich komme hier nicht raus, ohne durch meine „Flucht“ wie eine Spielverderberin zu wirken. Da sähe ein jeder, wie sehr mich diese Albernheiten anöden. Auch wäre es ein Schlag ins Gesicht der Mitarbeiterinnen, die sich ja viel Mühe mit dem Aufbau gegeben haben.

Schon bin ich an der Reihe und setze widerwillig an, die Schritte zur Hüpfburg zu machen …

Gegen meinen Willen muss ich in genau diesem Augenblick doch noch getürmt sein, denn sogar den weit entfernt liegenden Stadtrand habe ich weit hinter mir gelassen. Das Meer ist nahe. Kaum will ich mein Glück fassen, da bemerke ich sie ….

Die Inhaberin ist mir auf dem Fuß gefolgt! Ihre schweren Vorwürfe holen mich ein. Verbale Schläge … Sie läuft an mir vorbei, hinein in ein Wattenmeer, dessen Ebbe schon lang währen muss, da dieses einer staubigen Sandwüste gleicht. Hier gibt es kein Entrinnen! Dazu spüre ich, wie tief ich sie mit meinem Verhalten verletzt habe. Das schmerzt auch mich und es tut mir von Herzen leid. Aber ich bleibe dabei, und will es ihr verständlich machen:

„Hör mir bitte zu. Ich habe zwei Kinder in großem Abstand geboren, war mein bisheriges Leben lang aktive Mutter und habe dabei unzählige Male Hüpfburgen besucht, die mich bereits vom ersten Mal an total gelangweilt haben. Ich tat es für meine Kinder – nicht für mich! Ich mag nicht mehr. Das musst du verstehen, bitte!“

Verletzt und mit schmollendem Gesichtsausdruck wendet sie mir den Rücken zu, geht Richtung Wüstenmeer. Ihr ganzer Körper strahlt innere Abwehr aus, wirkt angespannt, sie will das nicht einsehen. Ich möchte all dies Unangenehme zwischen uns aus der Welt schaffen.

Mit ein paar schnellen Schritten hole ich sie ein, umfasse sie mit beiden Armen von hinten, drehe sie vorsichtig zu mir um, was sie geschehen lässt. Dann nehme ich sie in die Arme und halte sie vorsichtig fest. Schon spannt sie sich wieder an; sie will sich nicht geschlagen geben. Nur aus diesem Grund sagt sie jetzt etwas, das sie niemals vorschlagen würde, da es ihr absolut gegen den Strich geht:

„Du hast dich bestimmt gewundert, dass ich dir, als Fitteste von uns, noch immer keinen Job angeboten habe.“

„Nein!“

Auf diese Weise will sie mich zurück in den Zirkel bewegen!? Oh nein!

„Ich habe mich nie gewundert. Ich will keinen Job!“

Doch sie will gleich hier und jetzt einen Vertrag mit mir machen, sitzt schon auf einem Granitbrocken, das alte Klassenbuch aufgeschlagen auf den Knien und blättert mit fahrigen Bewegungen bis zum aktuellen Kalenderblatt durch. Dazwischen bemerke ich zu meiner großen Verwunderung eine Urkunde, die auf meinem Namen ausgestellt ist, die mir aber nicht ausgehändigt wurde – bei irgendeiner Sache habe ich wohl mal den 1. Platz gemacht. Die Inhaberin scheint so oft darüber hinweggeblättert zu haben, dass sie mir diese auch jetzt ganz selbstverständlich unterschlägt. Dazu sind alle Seiten des großen Terminkalenders eng beschrieben, die Mitarbeiter sind für das ganze Jahr fest eingeteilt. Nicht eine einzige Lücke, doch sie murmelt gestresst:

„Bestimmt willst du gleich zum Ersten anfangen … Das wäre in diesem Monat der zweite.  Hm, da hat schon Karen Dienst … ich werde ihr absagen, damit du ihre Schichten übernehmen kannst.“

Ach du liebe Zeit … Karen … das erinnert mich … Plötzlich rauschen in Sekundenbruchteilen unzählige gemeinsame Arbeitszeiten vor meinem inneren Auge ab … das war alles so unangenehm, ein einziger Albtraum, der sich nicht wiederholen soll. Ich will doch diesen Job nicht! Niemals! Warum sage ich das jetzt nicht ganz laut? Wo bleibt meine Stimme? Ich werde mich doch nicht selbst verraten! Als Trainerin müsste ich sogar noch Vergnügen an den Hüpfburgen heucheln … vorgaukeln, es sei eine tolle und der Fitness zuträgliche Sache! Ein Albtraum, ein Albtraum … wann höre ich endlich mein lautes Nein, das allem ein Ende macht?!


Vielleicht sollte es dem Traum-Ich gar nicht möglich sein, das Nein hörbar auszusprechen, damit mir die dafür notwendige Energie im Wachleben bleibt? Das Wort will mir nicht über die Lippen kommen. Überlegung: während man noch im Glauben festhängt, es nicht tun zu können – heute nicht, morgen nicht, nie nicht – kann man es ja trotzdem schon mal tun. Die Beschränkung im Kopf bestehen lassen, und — dieser ungeachtet  — den Weg in die Freiheit gehen.

Dieser Traum ist überhaupt spannend. Die einzelnen Traumszenen erzählen mehrschichtig, wiederholen zentrale Themen im Kleinen oder Großen; aus unterschiedlichen Perspektiven. Zu erkennen vermag ich dies natürlich nur, weil ich um all die Zusammenhänge weiß, die hier – wie ich bereits sagte – den Rahmen sprngen würden. Und wenn ich dann noch überlege, für wie viele Traumaussagen ich dennoch blind bin!

Wie geht der Traum im Wachleben zu Ende?

Seit gestern ist die Kündigung geschrieben und ausgedruckt, und … inzwischen auf dem Postweg. Was für ein Zirkus da in mir abgegangen ist, und das nur wegen solch einer Kleinigkeit! 😉

Ja, und man wird mir sicher keine einzige Träne nachweinen. Das Zirkeln um meinen eigenen Bauchnabel macht mich so schwerwiegend und bedeutend – in der Realität bin ich irgendeine von Vielen.

 

Gefangen!

13. Juli 2017
Ich bin gefangen! Diese Erkenntnis kommt plötzlich und gleicht einem Erwachen. Erst jetzt wird mir bewusst, wo ich mich überhaupt befinde!

In einem großen Kugelraum von etwa 10 m Durchmesser. Dieser befindet sich am oberen Ende eines vielleicht 100 m hohen Turmes, der aber so schmal wirkt, dass ich ihn eher als Pfahl bezeichnen möchte. Um die Raumkugel herum ist ein Kranz aus Fenstern eingebaut. Der Ausgang ist nur durch diese Fenster möglich und natürlich mit einem Absprung von hier oben verbunden. Schlimm genug. Doch jetzt ist Nacht, der Schlaf umfasst uns, da sind die Fenster aus Sicherheitsgründen verriegelt, von innen nicht zu öffnen. Nur am Tage, wenn man in den Wachzustand zurückgekehrt ist, steht einem dieser Weg offen. Das heißt, die nächsten Stunden gibt es kein Entrinnen?! Mit dem Begreifen geht solch ein Entsetzen einher, dass ich direkt …

aus dem Schlaf fahre.


Für das Traumbild verarbeitete ich diese Aufnahme, die ich 2010 bei einem Spaziergang in Ahrenshoop machte.

Tatsächlich hatte mich die Traum-Raumkugel gleich beim Aufwachen an dieses Gebäude erinnert.

Blick zurück bis Montag

Trainingstagebuch

Erst am Sonntag geht für mich diese Woche zu Ende und es ist zu früh für die Wochenübersicht. Gleichzeitig fehlte mir diese Woche die Zeit für einzelne Sportbeiträge. Es war knackeng mit der Zeit, aber alle Pflichteinheiten der Woche konnte ich dennoch abhaken.

Das Schild da links ist mir erst später aufgefallen. Photobomb, oder?

Freitag

Kraft | Trainingstag B

Ich hatte mich zu Beginn dieser neuen Trainingsphase dafür entschieden, die Intensität zu steigern, indem ich die Pausen zwischen den Sätzen auf max. 60 Sekunden verkürze. Uff, das macht sich bemerkbar; teils echt ätzend durchzuziehen. Aber indem ich mich daran erinnere, dass sich durch die kurzen Pausen auch die Gesamttrainingszeit verkürzt, halte ich mich an das Piepsen nach 60 Sekunden und mache weiter. Bleibt hinterher ja doch etwas mehr Zeit für die vielen anderen Dinge.

  • Kreuzheben | Langhantel
    20 x 40 kg | 20 x 40 kg | 15 x 44 kg
  • Bulgarian Split Squats | 2 Kurzhanteln je 10 kg
    20 x 20 kg | 20 x 20 kg
  • Rudern, vorgebeugt – Untergriff | Langhantel
    18 x 30 kg | 16 x 30 kg | 15 x 30 kg
  • Trizeps Flachbankdips – Beine hochgelegt | Zusatzgewicht auf Oberschenkel
    14 x 13 kg | 10 x 13 kg | 9 x 13 kg
  • Flachbankdrücken | Kurzhanteln
    10 x je 14 kg | 10 x je 14 kg | 9x je 14 kg | 9 x je 14 kg
  • Schulterdrücken | Langhantel
    13 x 16 kg | 10 x 18 kg | 9 x 18 kg
  • Fliegende, umgekehrt | Kurzhanteln
    7 x je 20 kg | 7 x je 20 kg | 7 x je 20 kg

im Wechsel mit:

  • Planke | 3 kg Zusatzgewicht auf LWS
    60 sec. | 60 sec.

Anfangs wunderte ich mich, warum ich mich so geschwächt fühle, und warum ich mich kaum in der Lage sehe, die übliche Leistung zu bringen. Aber klar: Erstens die kurzen Pausen, während der sich die Muskeln nicht so weit erholen konnten, wie gewohnt. Zweitens war ein Teil der Muskulatur vom Langhanteltraining am Donnerstag schon etwas müde. Ich bin echt ziemlich aus der Puste gekommen und habe ordentlich geschwitzt. Gutes Gefühl  hinterher.

  • Radfahren zur Entspannung: 8,83 km

Donnerstag

  • Nüchternlauf: 10,2 km | 0:57:04 | Pace: 5:36 (neue persönliche Bestzeit)
gesehen am Fähranleger nach Seligenstadt

  • Radfahren: 52,95 km
Logisch, dass ich später in Seligenstadt ein Eis essen musste?
  • 1 Std. Langhanteltraining im SV mit Trainervertretung. Da waren ein paar ungewohnte Übungen dabei; vor allem für die Bauchmuskulatur. Die Trainerin ist aber auch durchtrainiert … – uih uih uih! Feines Vorbild.

Mittwoch

… wäre ich mal …
  • 30 min. Zirkeltraining – aktive Regeneration (war ziemlich langweilig … )

Dienstag

  • Nüchternlauf: 10,2 km | 1:01:16 | Pace: 6:00
  • Radfahren: 20,65 km
  • 1 Stunde Jumping Fitness

Montag

  • 9,16 km Radfahren
  • 30 min. Zirkeltraining – es langweilt (weil unterfordert) mich zunehmend

Kraft | Trainingstag A

  • Kniebeugen | Langhantel
    20 x 26 kg | 20 x 26 kg | 20 x 26 kg | 20 x 26 kg | 20 x 26 kg
  • Bulgarisches Kreuzheben | Langhantel
    20 x 30 kg | 20 x 30 kg | 20 x 32 kg
  • Good Mornings
    20 x 26 kg | 20 x 26 kg
  • Aufrechtes Rudern | Langhantel
    17 x 16 kg | 12 x 18 kg
  • Liegestütze, breiter Griff
    23 | 18
  • Flachbankdrücken, enger Griff | Langhantel
    16 x 28 kg | 14 x 28 kg | 13 x 28 kg
  • Überzüge, Flachbank | Kurzhantel
    20 x 15 kg | 20 x 15 kg | 20 x 15 kg

im Wechsel mit:

  • Planke
    60 sec. | 60 sec.

Die unerhört weiche Schulter

Mondscheinhelle Nacht. Wir – eine kleine Gruppe von Gesinnungsfreunden – haben eine Mission zu erfüllen. In einem kleinen Teesalonwaggon ruckeln wir sachte durch eine ferne, zurückliegende Zeit.

Die Stimmung im Salon ist angeregt; wir planen die nächste vor uns liegende Expedition und wollen uns gerade wegen des Proviants einigen. Aus praktischen Gründen werden wir uns auf eine Sorte Gebäck für alle beschränken. Nur welches soll es sein?

Wir wechseln uns mit den Diensten während der Reise ab. Gerade ist Mr. Speed an der Reihe, und serviert das Gebäck zum Verkosten. Als er mir – mit einer leicht angedeuteten und doch formvollendeten Verbeugung –  den altmodischen Kuchenteller mit einer dünnen Scheibe Marmorkuchen reicht, füllt der Anblick seiner Oberbekleidung* mein Blickfeld. Dann liegt schon ein kleines Stückchen Kuchen auf meiner Zunge. So kurz nach dem Krieg sind Vanille, Kakao und Butter knapp und teuer. Also wurden diese Zutaten sparsam verbacken und der Kuchen hat einen etwas faden Geschmack. Das ist aber gerade richtig so, denn es geht nur darum, eine kleine Stärkung für unterwegs zu haben.

Gleich mit dem ersten Bissen tue ich kund, dieser Kuchen schmecke mir recht gut und sei somit meine Wahl. Im gleichen Augenblick bereue ich meine Voreile … Vielleicht schmecken die Schokoplätzchen, die als nächstes verkostet werden, noch besser? Inzwischen hat sich Mr. Speed rechts von mir auf einen Hocker gesetzt, probiert ebenfalls vom Marmorkuchen und murmelt leicht kopfschüttelnd:

„Das ist nicht so mein Geschmack.“

Einem plötzlichen Impuls folgend, möchte ich ihn necken:

„Der Kuchen (das Marmorierte) ist nicht elegant genug für Sie?!?“

Da sein Blick weiterhin auf den Teller gerichtet bleibt, bin ich unsicher, ob er das Scherzhafte und damit Bedeutungslose meiner Frage erfasst hat. Um darauf aufmerksam zu machen, lege ich meine Hand auf seine linke Schulter. Doch kaum komme ich auf Tuchfühlung mit dem Sakko, halte ich zutiefst betroffen inne … Welch unerhört weiche Schulter er hat! Ich wage nicht mehr, meiner Hand etwas Gewicht zu verleihen, so dass er sie auf seiner Schulter liegen fühlte. Einerseits fürchte ich, durch eine tiefer reichende Berührung erst das ganze Ausmaß der zugrunde liegenden Verletzung zu erfassen,  und ich bin wirklich nicht sicher, ob ich einer solch klaren Erkenntnis gewachsen wäre. Womöglich bräche ich psychisch zusammen? Andererseits halte ich es für nicht unwahrscheinlich, dass er diese tiefgreifende Verletzung, die zu der weichen Schulter führte, wirklich ganz allein für sich behalten möchte. Legte ich nun, wenn auch mit leisestem Nachdruck nur, meine Hand auf seinen wunden Punkt, löste ich unter Umständen einen derart tiefen Schmerz in ihm aus, dass er mich tierisch laut anschreien würde – wie ein waidwundes Tier, das vor unsäglichem Schmerz ja auch nicht anders könnte. Selbst mit all dem Wissen und Verstehen zu allem, käme eine solche Erfahrung meiner Vernichtung gleich – ich könnte diese nicht ertragen.

So bleibt meine Hand wie schwerelos auf seiner Schulter liegen, ich spüre das Tuch seines Sakkos unter meinen Fingerspitzen und leise am Handteller … erfasse die Struktur, nehme die einzelnen Webfäden wahr und bemerke so, dass einem Teil der Fäden eine gewisse, eher nach außen weisende Kühle zu eigen ist. Darunter die Schulterpolster, die einen Teil der inneren Wärme durchlassen. Ja, diese Schulterpolster haben vermutlich einen ähnlichen Effekt, der auch dem Dämmmaterial im Dachstuhl zu eigen ist: So kühl es nach außen auch sein mag, innendrin ist alles voller Wärme.

*Am Abend vor dem Traum sah ich folgenden Vortrag. Beim Traumerinnern fiel mir Charles Eugster gleich wieder ein, denn Mr. Speed trug im Traum seine Oberbekleidung.

Mehr zu Charles Eugster: Lauf, Charly, lauf!
Mehr zu Mr Speed: stocksteinefelsen – speed hiking protocols

Wie es kam, dass ich so spät laufen ging

Da für heute ein Radausflug mit der Familie geplant war, wollte ich gleich  morgens meine Laufeinheit abspulen. Am Urlaubstag wollen natürlich alle ausschlafen. Auch ich, ein bisschen zumindest. So stellte ich mir zwar eine Weckzeit ein, aber sozusagen die  für den  allerletzten Drücker. Vor dem Einschlafen hatte ich mir vorgenommen, nach dem ersten oder zweiten Traum am Morgen aufzustehen. Gute Idee! Da war er dann gekommen, der erste Traum am Morgen (in dem es um eine unerhört weiche Schulter geht). Mit dem Erinnern „beamte“ ich mich in den Wachzustand, doch wohl nicht so wirklich, denn ich rutschte in einen Minitraum ab:

Früh am Morgen. Ich sprinte direkt los, auf dem parallel zu Kreisstraße verlaufenden Radweg. Nach nur drei langen Schritten scheint mich etwas einzufangen und ich werde wie an einem kräftigen Gummiband (mein schwarzes Resistance Band) nicht nur aufgehalten, sondern vom Zug geradezu komplett zurückkatapultiert. Hinein in eine Finsternis und direkt ins Vergessen.

Nach vielleicht ein oder zwei Stunden erst komme ich wieder zu mir, gleite direkt in einen Minitraum:

Nicht ganz so früh am Morgen. Ich sprinte direkt los, auf dem Teilabschnitt meiner üblichen Laufrunde, wo diese Andachtsstelle am Wegrand liegt. Nach zwei oder drei langen Schritten werde ich erneut von diesem irre zugkräftigen Gummiband eingefangen, so dass mir Hören und Sehen vergeht; eine himmlische Kraft scheint mich mit diesem Gummilasso zurückbefördern zu wollen – katapultiert mich erneut zurück in die völlige Finsternis, dem direkt das Vergessen folgt.

Nach vielleicht einer weiteren Dreiviertelstunde erst wache ich erneut auf, blicke auf die Uhr. In zwei Minuten wird die Wecker-App losdüdeln. Jetzt aber raus! Ich fühle mich herrlich ausgeruht und ausgeschlafen, schnappe mein Smartphone, renne beschwingt ins Bad, dann zu meinen bereit gelegten Laufklamotten, trinke einen Becher Kaffee, aktiviere Blue Tooth, stöpsele die Ohrhörer ein, tippe unbesehen auf das Startzeichen des Music Players, aktiviere Runtastic, lege die Stoppuhr um. Raus nach draußen! Herrlich kühle Luft und Sonnenschein. Perfektes Laufwetter! Mit dem Laufen kommt das erste Glücksgefühl.

Nach gut zwei Kilometern geht nach mehreren Hängern die Musik aus. Meist fängt sich das wieder. Heute nicht. Lästig, aber hilft nichts: stoppen und schauen, was da los ist. Das Display bleibt schwarz. Dann plötzlich der Schriftzug … es hatte sich runtergefahren und neu gestartet. Klar, warum auch nicht? Runtastic war nicht mehr aktiv. Ach na ja, wozu auch? Diese Aufzeichnungen bringens doch eh nicht. Bald lief die Musik wieder und ich rannte weiter. Welche Playlist wurde da nur abgespielt? Runtastic schaltet sich ein: GPS-Signal gefunden! Ach … Das Musikstück bricht ab, ein neues läuft an. Okay … die App hatte ohrenscheinlich in den Zufallsmodus gewechselt. Mal wurde mir ein Klingelton vorgespielt, dann eine Einschlafmusik, eine Sequenz aus der Heilpraktiker-CD, Stückchen Hardcore-Mucke, Kalkbrenner Paule, EMD – brach mittendrin ab, gottseidank, Harfenmusik, was Meditatives, African World Beat, … was ich so alles drauf habe, erstaunlich …. Nach acht Kilometern lullte mich dann Chris Mulzers Stimme derart ein, dass ich anfangs gar nicht mitbekam, dass die Chakra-Meditation lief. Erst als ein Bild vor meinem inneren Auge aufstieg, das Mulzer mit seiner typischen Schnute zeigt, wenn er so ähm … speziell spricht,  kam mir das plötzlich unpassend und vor allem leistungsmindernd vor. Hat mich fast geärgert, dass ich mich von seiner Stimme so lange hatte unbewussst einlullen lassen.

Nüchternlauf: 10,2 km | 0:57:04 | Pace: 5:36neue persönliche Bestzeit – Yay!

Wenn Warnungen wirklich werden

Der folgende Traum liegt über zwei Wochen zurück. Obwohl er mich anfangs beschäftigte, ist er mir immer noch ein Rätsel. Werde diesen Traum aber mal der Trude erzählen, bei Gelegenheit.

Im Morgengrauen, fast noch vor dem Aufstehen, kommt es an einem Hauptbahnhof zu einer Begegnung mit Trude. Da wir uns eh nur alle Jahre sehen, bin ich total überrascht, dass sie wortlos an mir vorbeigeht – mich sogar streift, jedoch ohne ein Wort zu sagen oder mich anzuschauen. Ihr Kinn ist vorgereckt, sie wirkt beleidigt, entschlossen und sauer. Aus meinem offenen Mund – ich hatte sie gerade freudig begrüßen wollen – kommt kein Ton heraus, ich schaue sie einfach nur total perplex an. Da ist die Begegnung auch vorüber.

Wenige Stunden später entdecke ich sie zufällig, als ich mitten auf dem Dorfbahnübergang stehen bleibe, mich der kleinen Bahnarbeitertreppe zuwende und zum Bahnsteig blicke. So als wären keine Hindernisse auf meinem Weg zu ihr vorhanden, erreiche ich Trude in der nächsten Sekunde und spreche sie an. „Hey, hallo!“

Sie will nichts mit mir zu tun haben: „Lass mich! Ich will dich weder hören noch sehen! Mit meinem neuen Partner ist all das eingetroffen, wovor du mich gewarnt hast. Nun ist es Wirklichkeit: er fühlt sich von mir bedrängt und ständig verletzt. Und das nur wegen dir! Weil du es gesagt hast! Weil es durch deine Worte Wirklichkeit werden konnte. Deine Schuld! Er hat unsere Sache beendet. Ich bin wieder allein.“

Oh nein … das macht mich schwer betroffen … Das ist ja traurig … Irgendwie verstehe ich, dass sie mir die Schuld gibt. Doch hatte ich sie doch deswegen überhaupt auf das Thema angesprochen, damit es gar nicht erst soweit kommt. Vorbei … vorbei … alles vorbei … sie weist mich ab.

Das unbeirrt Vorwurfsvolle, und die Endgültigkeit, an der ich die Schuld tragen soll, trifft mich mit einer Wucht, die mich in die Knie zwingt.