GPS-Drawing

GPS-Drawing, GPS-Art oder auch GPS-Doodle, es gibt einige Bezeichnungen für die Bilder, die beim Tracken der Rad-, Lauf- oder Wandertouren entstehen. Einige Beispiele sind unter Kuriose GPS-„Kunst“ zu betrachten. Nach vielen Jahren stieß ich kürzlich erneut auf diese Spielerei, und die Sache ließ mich für den Tag nicht mehr los. Während einer Dranbleiben-Runde – es ging einfach planlos raus ins Blaue – überlegte ich, ob und wie ich so ein Track-Ding auch umsetzen könnte.

Mobiler Aroma-Diffuser

Unterwegs werde ich immer wieder von kleineren oder größeren Sensationen abgelenkt. Die Idee verliert sich, findet sich abgewandelt wieder: Nicht nur mit GPS kann man malen, sondern auch mit Gerüchen. Theoretisch.

Auf einer Duftspur könnte man diese Stücke als gut wahrnehmbare Wegpunkte bezeichnen. Ganz frisch gesetzt bieten sie eine gute Orientierung. Je länger ich über dieses GPS-Drawing nachsinne, um so klarer wird, dass die Umsetzung gar nicht so einfach ist.

Hier gelange ich unerwartet auf eine Duftspur. Wie ein sanftes Nasenfächeln, ein frischer Duft, wie von einem frisch geduschten Menschen oder wie von nachhaltig duftendem Deo unter den Achseln. Doch weit und breit kein Mensch zu sehen?! Ich folge der Duftspur, weil sie auf meinem Weg liegt. Der Duft verliert sich unerwartet schnell. Womöglich hatte sich die Person mir entgegengesetzt bewegt? Nun verliert sich natürlich ein Geruch im Wald, und doch bin ich sicher, dass ich der Duftspur entgegen gehe. Etwa einen Kilometer weiter, die Duftspur ist inzwischen vergessen, kommt mir ein Läufer entgegen, und während er an mir vorbeiläuft, identifiziere ich ihn zweifelsfrei als Duftspurleger.

Fast am Ende meiner Tour komme ich zu dem Schluss, dass die Sache mit dem GPS-Drawing ruhig noch etwas warten kann. Planung und Umsetzung erfordern Fantasie und Zeit. Beides eher Mangelware in diesen Wochen. Ein Blick auf meinen laufenden Track, um mich zu vergewissern, dass ich mein Tagesziel von 10 km bis zur Haustür zu erreichen würde. Na, das ist ja ein Ding:

Mein Kopf im Profil?

Das ist nicht nur eine GPS-Zeichnung, sondern sogar ein Selfie! Das zeigt ja mich. Ich schmolle, weil ein Telefonat zu einem frustrierenden Ergebnis führte. Die Polizeimütze habe ich dem Gesprächsteilnehmer vor Ärger vom Kopf geschnippt und mir selbst aufgesetzt.

Ist das nicht verrückt, dass ein Bild entstanden ist? Es gibt eigentlich nur eine Erklärung dafür: mein Gehirn hat sich, mir unbewusst, der Idee angenommen und meine Füße gelenkt. Ja, jetzt müsste ich bewusst auch so findig sein, wie mein Gehirn es ohne meine Einmischung ist. Oder erkenne ich nur ein Bild in der Aufzeichnung, weil das Thema für mich im Fokus steht, ansonsten wäre es mir nicht aufgefallen?

Blitzlicht | 24.02.2021

Im vergangenen Jahr habe ich dieses Blog von der Werbung freigekauft, da ich vorhatte, wieder regelmässig zu schreiben. Was daraus geworden ist, sieht man – nämlich nichts. Es liegt daran, dass ich zu viel will:

  • Sorgfältig und lückenlos dokumentieren
  • Das Geschriebene sollte auch einen Mehrwert für die Leser haben, nicht nur für mich.
  • Nebenbei möchte ich wieder aktiver Teil der Community sein

Das sind die wichtigsten Punkte, und es sind nur drei. Doch im Zusammenspiel mit meinen Eigenarten sollte ich sofort wissen, dass es nicht funktionieren kann. Der Tag hat dafür nicht genügend Stunden und der tägliche Energievorrat — sei es auf physischer, psychischer oder mentaler Ebene — ist natürlich begrenzt, denn, hurra, ich bin ein Mensch. Ach ne.

Das Problem ist also, dass ich zu viel will. Solange ich aus der Nummer nicht rauskomme, werde ich immer nur Einsteigen, um bald darauf wieder alles resigniert fallenzulassen. Weniger ist mehr. Deshalb springe ich rein — mit diesen Zeilen. Kurz, und gut.