Wie immer …

Wanderungen unternehme ich meist nur am Wochenende. Unter der Woche drehe ich meine Walkingrunden.

Letztere dienen dazu, meine Füße für längere Touren fit zu halten. Außerdem mache ich da meist Tempo mit dem Ziel, mich an eine bestimmte Schrittfrequenz zu gewöhnen, damit sich diese dann wie von selbst auch auf längeren Touren einstellt. Wobei ich es da grundsätzlich gemütlicher angehe, mehr die Umgebung genieße, mir Zeit zum Fotografieren und näherem Betrachten der Dinge am Wegrand nehme.

Die alltäglichen Runden sind so vertraut, dass ich sie wie auf Autopilot ablaufe. Einerseits ist das etwas langweilig, bietet aber auch Gelegenheit, die Gedanken weit abdriften zu lassen, da das Thema „Orientierung“ keine Aufmerksamkeit beansprucht. Das ist sehr erholsam. Oder auch nicht, wenn man stattdessen Probleme wälzt.

Im Wechsel der Monate, erfreue ich mich am Aufblühen verschiedener Pflanzen. Einige sehe ich dann für eine Zeit lang täglich, sehe mich daran satt. Manchmal sind es die kleinen Dinge, die eine alltägliche Runde zu etwas Besonderem machen.

Diese Singdrossel, als ein Beispiel, blieb trotz meiner Annäherung stehen. Vielleicht hätte sie sogar den Wurm mit mir geteilt, den sie im Schnabel hielt. Eine gewisse Distanz – außerhallb meiner Reichweite – hielt sie ein, doch ansonsten ängstigte sie keine meiner sachten Bewegungen. Plötzliche oder ausufernde Bewegungen vermied ich sowieso, um mich möglichst lange ihrer Gegenwart erfreuen zu können.

First time. Erst einmal muss ich jetzt sprechen lernen. Das sind die ersten Schritte in Babyschuhen, sozusagen.

15. Juni 2021