Wie ich zum Sport kam | Teil 1: Walking

Für Sport fehlt mir die Zeit.
Und nehme ich mir Zeit für Sport,
fehlt mir die Zeit für andere Dinge.

Wie kam es eigentlich dazu, dass der Sport immer mehr (Zeit)Raum in meinem Leben einnahm? Wann und wie kam ich überhaupt zum Sport?

Mit einer halben Stunde Walken fing alles an

Kurze Vorgeschichte

Ein absoluter Bewegungsmuffel war ich eigentlich nie. Kurze Fahrten erledigte ich schon länger mit dem Fahrrad und auch sonst wich ich „gemütlicheren“ Aktivitäten nicht aus. Leider hemmten mich dennoch akute oder chronische Schmerzen in den Kniegelenken und im Lendenwirbelbereich.

Die Lendenwirbelsäule bereitete mir schon seit dem 12. Lebensjahr Probleme. Die Knie begannen bereits mit Mitte 20 Kummer zu bereiten (rheumatische Beschwerden). Doch die Schmerzen in den Hüften, die vor gut vier Jahren dazu kamen, die waren neu und so arg, dass ich mit dem linken Bein oft nicht mehr auftreten konnte. Pause machen, Bein entlasten, dann paar Schritte machen … heftiger Schmerz, Pause machen — mit Anfang 50 ein Wrack?? Hinzu kam, dass meine körperliche Verfassung nach einer Brustkrebserkrankung insgesamt nicht mehr so vital wie vorher war. Ich war erschöpft, müde und antriebslos, nicht zuletzt wegen immer wieder aufkommender Depressionen. Dazu das Übergewicht, unter dem ich wirklich litt. Ich fühlte mich am Ende, wie ein schwerer schlaffer Sack vor einer unüberwindbaren Wand.

Sommer 2013

Meine Intuition spricht selten so laut zu mir, wie sie das im Sommer 2013 tat. Ich „wusste“ mit einem Male, was zu tun ist. Nicht, wie alle meinten, das Bein, die Hüfte eine Weile schonen und auskurieren. Ich ahnte, da gäbe es nur eines auszukurieren und das möglichst bald: diese bisher von mir nicht wahrgenommene Degeneration.

Spontan entschied ich mich, „ab morgen“ Walken zu gehen. Ja genau, so sagte ich mir: …morgen fange ich an! Schlechtes Vorzeichen? Aber nein! Einmal darf man das sagen! Wirklich nur einmal, um sich mit dem Vorhaben innerlich anfzufreunden.

Die ersten 2 Monate

Anfangs walkte ich ca. 5 Kilometer, sehr bald verlängerte ich die Strecke auf  knapp 7 Kilometer. Denn fast vom ersten Tag an durfte ich erfahren, dass meine Hüftbeschwerden anschließend besser waren. Walkte ich zwei Tage nicht, kehrten sie zurück.

Während man flott losmarschiert, gehen viele Gedanken durch den Kopf: beispielsweise wie schön es wäre,  einmal Laufen zu können! Aber das hatte ich mir längst abgeschminkt. Wegen meiner Knie sollte ich, auf ärztlichen Rat hin, mich nicht mehr laufend fortbewegen. Von meiner fehlenden Kondition schweige ich mal lieber. Einmal, als ich mich unbeobachtet fühlte, versuchte ich während einer Walkingrunde ein Stück zu laufen … mit einem niederschmetterndem Ergebnis: ich kam keine hundert Meter weit, da fühlte ich mich kurz vorm Herzversagen. Ja, und ich tröstete mich mit dem Gedanken: Wenn man mit vollem Einsatz walkt, ist das auch schon anstrengend. Laufen ist ja eh nichts für die Gelenke; hört man immer wieder.

Zirkeltraining

Fast zeitgleich wurde ich Mitglied in einem Fitnessstudio. Dass dieses nur Frauen vorbehalten ist, war für mich weniger von Interesse. Wichtiger war, dass das Training machbar erschien: 3 mal wöchentlich für 30 Minuten trainieren, dazu ein gesundes Ernährungskonzept mit Kontrollterminen. Ich hoffte, meinem Leben so eine vorteilhafte Richtung geben zu können:

  • Abnehmen und einen strafferen Körper bekommen
  • Beweglichkeit zurückerlangen
  • Stärker werden
  • insgesamt wieder fitter werden
  • wahrscheinlich hatte ich noch mehr Wünsche  — ich fühlte mich jedenfalls wie eine Ganzkörperbaustelle

Ich war konsequent und zog das Zirkeltraining dreimal die Woche durch. Eine halbe Stunde ist wirklich schnell rum!

Mein damaliger Wochenplan

3 x Walken, 3 x 30 Minuten Zirkeltraining an hydraulischen Geräten

 

Fehlstart im Fitnessstudio | Wochenübersicht

Montag | Fehlstart im Fitnessstudio

Für diesen Vormittag hatte ich den ersten Termin zur Trainingsplanerstellung im Fitnessstudio. Ich hetzte mich ab, um pünktlich auf der Matte zu stehen und … keiner holte mich ab. Als ich später in die Anrufliste schaute, entdeckte ich erst den entgangenen Anruf vom Vortag, mit unbekannter Nummer. Das war wohl die Absage … *seufz*

Da ich nun einmal da, aber plan- und völlig ahnungslos bezüglich der Geräte war, nahm sich eine Trainerin meiner an und brachte mich – traraaa! – zum Zirkeltrainingsbereich. Natürlich, nachdem ich mich endlich vom Zirkeltraining befreit habe, war ich nur wenig begeistert, sah aber zugleich ein, dass es wohl das Einzige wäre, das ich dort an diesem Tag ohne Einweisung würde reißen können. Vorteil: die Geräte waren dem bisherigen Zirkel ziemlich ähnlich, das Training jedoch spürbar herausfordernder. Zumindest dann, wenn ich so „gemütlich gucke“, wie die Trainerin es nannte. Denn dann  setzte sie gleich mal kräftig den Widerstand hoch. Ja okay, das war etwas anstrengender als das alte Zirkeltraining, aber längst nicht so anspruchsvoll wie mein Freihanteltraining daheim.

Während ich also durch den Zirkel kreiselte, entdeckte ich gegenüber ein großes Gerät, das ich rasch als Klimmzugmaschine identifizierte. Begeistert rief ich der Trainerin zu: „Oh, da kann man ja Klimmzüge üben!!“ Da ich nach dem Zirkel immer noch so unangestrengt schaute, wies sie mich an der Klimmzugmaschine ein und zeigte, dass man dort auch unterstützte Dips machen kann. Das gefiel mir und ich zog gleich mehrere Sätze Klimmzüge und Dips durch. Ganz klar: diese Art der Unterstützung bei Klimmzügen ist letztlich doch hinderlich, wenn man mal freie Klimmzüge machen möchte. Der Bewegungsablauf erschien mir etwas unnatürlich. Aber für den Einstieg, um erst mal Kraft aufzubauen, finde ich das gut. Werde dann aber wechseln und mit meinem schwarzen Gummiband weitermachen. So auch bei den Dips. Bei den Dips fehlt eh nur noch eine Kleinigkeit, dann schaffe ich diese frei.

Unterm Strich hat die Entdeckung der Klimmzugmaschine die Enttäuschung etwas wett gemacht, dass ich nun erst am Mittwoch meinen Trainingsplan erhalten würde. Dieser Drang in mir, endlich richtig zu trainieren … damit gehe ich mir selbst schon auf den Keks.

  • 10 min. Crosstrainer
  • 30 min. Zirkeltraining
  • 3 Sätze Klimmzugmaschine
  • 3 Sätze unterstützte Dips
  • 15 min. Laufband – von Gehen bis Laufen, bisschen herumprobiert –  ungewohnt, fast unangenehm – fühlte mich steif in den Knie- und Hüftgelenken. Werde das aber für Intervalltraining nutzen und bin motiviert, mich daran zu gewöhnen. Soll das Laufen im Freien ja nicht ersetzen, sondern ergänzen.

Dienstag | Laufen und Jumping

  • Laufen, nüchtern | 10,2 km | 0:59:22 | Pace: 5:49
  • 1 Stunde Jumping Fitness
  • 25,85 km Radfahren

Mittwoch |  Einstiegstraining

Am Mittwoch also der zweite Versuch mit dem Trainingsplan. Yay, dieses Mal mit Erfolg! Der Trainer war freundlich, hat meine unzähligen Fragen geduldig beantwortet; oder direkt am Gerät vorgeführt, was ich wissen wollte. Von jeder Übung machte ich an diesem Tag nur einen Satz; mit einem vom Trainer erst einmal ziemlich niedrig angesetztem Gewicht. Das war gut, so konnte ich mich erst einmal voll auf den ungewohnten Ablauf konzentrieren und hatte auch genug Ressourcen frei, um zum Zielmuskel hinzuspüren, mit diesem zu arbeiten. Auch ist es neu für mich, meist im Spiegel kontrollieren zu können, ob meine Körperhaltung richtig ist, der Bauch fest, die Schultern runter, die Brust raus. Dann lockte der Trainer noch mit der Bemerkung: „Wir schauen mal … wenn du soweit bist, geht es an die Königsdisziplin, das Kreuzheben.“ (Yes!)  In ca. acht Wochen wird der Trainingsplan modifiziert.

  • 10 min. Crosstrainer (Cardio)
  • 1 x durch den Trainingsplan, jedoch nur ein Satz je Übung
  • 20 min. Crosstrainer (die verschiedenen Einstellungen ausprobiert bis ich völlig durchgeschwitzt war)
  • 23,59 km Radfahren

Donnerstag | Laufen

Zugang zum Parkplatz an der B45 – da säumen nicht nur Hundehaufen den Weg!

Das Foto hatte ich bereits zu früherem Zeitpunkt in der Woche aufgenommen. Der Donnerstag war nämlich der erste Tag mit Dauerregen bei fast durchgängig 17° C. Ich entschied mich für meine dünnsten Laufklamotten, da diese am wenigsten Wasser aufnehmen würden. Kurze Laufhose mit einem flattrigen Camouflage-Ringershirt, und schon konnte ich fast unsichtbar loslaufen. Bald war ich durchnässt und der Spaß ging richtig los. Es war so herrlich!! Die Strecke hatte ich bei dem „Schietwetter“ ganz für mich allein und ich genoss es so sehr, mich eine Stunde durchprasseln zu lassen.

  • Nüchternlauf | 10,2 | 01:00:10 | Pace: 5:54
  • 9,88 km Radfahren

Abends wäre noch das Langhanteltraining gewesen. Doch war ich nicht nur beim Laufen nass geworden, sondern später ein weiteres Mal beim Radfahren, da hatte der Regen auch schon ziemlich zugelegt. Auf dem Rad war ich leider etwas ausgekühlt und später entsprechend erschöpft. Da war kein Feuer mehr in mir, das mich angetrieben hätte, nochmals mit dem Rad durch den Regen zum Training zu fahren. Und für läppische 14 km wollte ich das Auto auch nicht aus der Garage holen. Außerdem hatte ich eh schon überlegt, dass es klüger wäre, mit voller Kraft in mein erstes Training am Freitag zu starten. Schließlich wollte ich herausfinden, wie stark der Trainingsreiz sein würde. Also: alles gut, so wie es ist!

Freitag  | Das erste Training im Studio

Darüber habe ich bereits geschrieben — hier: Das erste Mal … — ein bisschen aufregend war es ja doch

Samstag | Aktive Regeneration

2 Stunden Shoppen gewesen — das war fast schon nicht mehr im regenerativen Bereich! 😅

Der neue Sport-BH vom Kaffeeröster gefällt mir sehr gut. Wollte immer schon so ein Teil mit Reißverschluss haben.

Immerhin konnte ich ein Teil für meine Sportswear-Schublade ergattern – also war es die Anstrengung ja doch wert:

Bei Ringerback-BHs habe ich manchmal das Problem, dass die Träger nicht gut einzustellen sind und dadurch die Nackenmuskulatur stets unter einer gewissen Anspannung steht, was meine sensible Halswirbelsäule wiederum unangenehm unter Druck setzt. Dieser Effekt tritt bei diesem Teil gar nicht auf – fühlt sich angenehm entspannt an. 👍

Sonntag | Laufen

Nüchternlauf | 11,3 km | 1:05:37 | Pace: 5:48

Das erste Mal – … ein bisschen aufregend war es ja doch

Heute war es soweit; eine Stunde bevor ich zum Fitnessstudio aufbrach, spürte ich doch ein wenig Aufregung. Das erste Training im Alleingang stand bevor. Zwar hatte ich mir am Mittwoch, als ich gemeinsam mit dem Trainer meinen Trainingsplan einmal testweise durchtrainierte, alles so gut wie möglich gemerkt, aber ob das noch abrufbar wäre? Oh oh … Ich spürte diese Hemmschwelle, die mich meine Sporttasche etwas umständlich packen ließ, die mich diese und jene Kleinigkeit daheim noch unbedingt erledigen lassen wollte, bevor ich … . Zugleich war ich richtig scharf aufs Training. Die Beinpresse hatte mir am Mittwoch Vergnügen bereitet. Und der Latzug erst! Heute könnte ich sogar noch etwas mehr Gewicht draufpacken. Ich freute mich darauf, meine Muskulatur arbeiten zu spüren.

Ich klemmte meinen Trainingsplan auf mein gelbes Traumnotizbrett, füllte die Flasche mit Wasser (und ließ sie zuhause stehen – na toll …), nahm die Sporttasche und machte mich auf den Weg.

Zum Warm Up bin ich für 20 Minuten auf den Crosstrainer ( Modus: Cardio) Danach konnte das eigentliche Training beginnen. Heute würde ich ja überhaupt erst einmal herausfinden müssen, mit welchem Gewicht ich an den verschiedenen Geräten arbeiten kann.

Die erste Station auf dem Plan war die Beinpresse. Ich wusste noch, wo ich sie finden kann und wie sie aussieht (haha, darüber werde ich vermutlich schon sehr bald lachen). Ich bestückte sie mit den Hantelscheiben und … war dann unsicher. Ein Hebel musste betätigt werden, um die Metallplatte zu lösen. Doch zu welchem Zeitpunkt? Bei ausgestreckten oder ganz angezogenen Beinen? Plötzlich bekam ich Sorge, meine Beine könnten unter einem zu schweren Gewicht zermalmt werden. Zum Glück waren zwei hilfsbereite Männer in der Nähe und es konnte losgehen. Ein Genuss, der Widerstand hatte es schon ganz gut in sich. Aber nächstes Mal kann ich noch etwas mehr Gewicht draufpacken.

Danach der Wadenstrecker. Da hatte ich am Mittwoch gleich mal die Waden des Trainers in den Schatten gestellt. Er meinte dazu, er müsse unbedingt mal wieder die Waden trainieren. Heute habe ich gleich das doppelte Gewicht draufgesteckt – nächstes Mal geht etwas mehr. Ich ahnte bisher gar nicht, dass meine Wadenmuskulatur so stark ist. Na ja, mir wäre fast lieber, ich könnte das über meinen Gluteus sagen, aber … okay, ich arbeite ja dran.

An der Abduktorenmaschine habe ich mich dämlich angestellt. Glücklicherweise sah das ein freundlicher Mann, der ein Gerät weiter trainierte und eilte herbei, mich einzuweisen. Hier war es nicht so einfach, das richtige Arbeitsgewicht herauszufinden. Denn als ich mit der Ausführung vertrauter wurde, erschien mir auch das Gewicht gleich zu leicht. Es ist eben nicht nur die Kraft, die das Gewicht bewegt, sondern auch das Know how.

Dann die Adduktoren … ähnlich, nur umgekehrt. Aber der Hebel … entweder habe ich da wieder etwas falsch gemacht oder der geht wirklich schwer.

Die nächste Station war die Brustpresse. Sehr schön, da sitzt man direkt vor der Spiegelwand und das Tolle ist dann, dass man seine Muskulatur richtig schön arbeiten sehen kann. So etwas motiviert mich ungemein. Klar, auf die richtige Haltung ist zu achten, aber ich freue mich immer, wenn die dicke Ader auf dem Oberarm zu sehen ist. Ach ja und … meine Güte, sehe ich alt aus. Von nun an werde ich ständig von Spiegeln umgeben sein! Das führt sicherlich zu einer gewissen Abhärtung meinem Anblick gegenüber.

Anschließend ging es zum Butterfly reverse. Hmmm … So wie sich das Gerät zeigte, war es für die Übung, wie sie mir gezeigt worden war, nicht zu nutzen. Die Gelenkarme mit den Handgriffen müssten in eine andere Richtung weisen. Ziemlich sicher würde ich dafür aber keinen Werkzeugkasten benötigen. Hmhmhmm. Und wie ich das Gerät noch rätselnd umkreise, kommt auch schon ein Trainer herbei und fragt, wie rum ich drauf sitzen will. Ich antworte: „Falsch rum!“ Haha! Jetzt weiß ich Bescheid. Gefällt mir gut die Übung, hat aber auch etwas ziemlich Fieses, sobald die Kraft nachlässt. Könnte meine neue Hassliebe werden.

Endlich war der Latzug dran. Darauf hatte ich mich die ganze Zeit gefreut. Noch verstehe ich gar nicht, warum mir das so gut gefällt. Auch hier ist es zum Ende hin eine Quälerei. Aber selbst die Quälereien piesaken unterschiedlich. Vielleicht finde ich das noch heraus, warum das hier doch „genussvoller“ schmerzt.

So, da war dann noch der Rückenstrecker. Ich begann mit viel zu wenig Gewicht. Legte nach und nach … Kam mir bald merkwürdig vor, ich werde mich noch einmal bei der Ausführung kontrollieren lassen müssen, um sicher zu gehen, dass ich das richtig mache. Auf jeden Fall war das ein Aha-Erlebnis: DAS also ist der Rückenstrecker! Zum ersten Mal konnte ich diese Muskulatur abgegrenzt spüren. Eigentlich ja ein Zeichen dafür, dass ich den Zielmuskel treffen konnte und somit die Ausführung richtig war. Das war anstrengend, aber sehr angenehm zugleich, diesen Rückenmuskel mal so richtig intensiv zu nutzen, ohne gleichzeitig das Gefühl zu haben, sich dabei womöglich die Bandscheiben zu crashen.

Da begreife ich hautnah (nämlich praktisch, und nicht nur in der Theorie), warum es wichtig ist, eine gewisse Grundkraft aufzubauen, ehe man mit freien Gewichten arbeiten sollte: Fehlt nämlich die notwendige Grundkraft ist die richtige Ausführung kaum möglich. Fehlende Kraft zieht immer Ausweichbewegungen nach sich, die schließlich zu Verletzungen führen (können).

Zum Schluß muss noch der Gegenspieler gestärkt werden: Bauchpresse. Ja, das war anstrengend. Ja, ich eumelte immer am Rand der Übelkeit entlang. Wegen der Übelkeit musste ich dann auch das Gewicht verringern. Aber das ist okay. Die richtige Ausführung macht stark und nicht das Gewicht, das dem Ego schmeckt.

Anschließend 20 min. Crosstrainer. Danach war ich glücklich. Mein Körper fühlte sich endlich mal wieder angenehm erschöpft an, während ich mich gleichzeitig mit positiver  Energie aufgeladen fühlte. Mit Tatendrang, mit Leichtigkeit, mit Freude. Freue mich schon auf das nächste Training am Montag. Yay!

Formverlust | Speedweek: zugenommen! | niedergeschlagen …

Rückblick: Von der Reise direkt in die Speedweek

Mit dem ersten Aufwachen im eigenen Bett startete dann auch gleich die Speedweek. Das Praktische ist, dass die erste Mahlzeit eh immer gegen  14 Uhr eingeplant ist und so genügend Zeit blieb, zum Einstieg ein paar Eier, Magerquark und Salatgurke zu besorgen.

Ich fühlte mich echt „dick“, was vermutlich daran lag, dass ich in der Urlaubswoche nicht hart trainiert und schließlich das ganze Wochenende sogar sitzend verbracht hatte. So freute ich mich auf die Erleichterung, die die Speedweek bisher immer mit sich gebracht hatte.

Tja, leider war das dieses Mal völlig anders. Nach einer Woche hatte ich sogar noch ein Kilo zusätzlich drauf. Ich hatte auch bemerkt, dass sich nicht die typischen Speedweek-Erscheinungen einstellten. Sonderbar. Auch jetzt, die Speedweek liegt ja schon ein paar Tage zurück, bleibt das höhere Gewicht bestehen. Es war die härteste Speedweek des Jahres, da ich nicht für meine Disziplin belohnt wurde – immerhin hatte ich mich konsequent auf 750 Kalorien am Tag beschränkt und auch sonst genau an die Vorgaben gehalten. Egal, Haken dahinter!

Wie üblich, nach dem Besuch meiner alten Heimat, fiel ich anschließend in ein tiefes, finsteres Loch. Heißt: der Alltag läuft auf Autopilot und ich weiß nicht, wo ich mich finden kann. Vielleicht will ich mir auch gar nicht begegnen. Völlig daneben. Autopilot auch beim Sport – jetzt bloß den Sport beibehalten!! Nicht überlegen, nicht auf die Leistungen schauen, nichts vergleichen! Einfach nur machen!

Mensch, mach doch, sonst gehste unter!

Sport | 31. Juni bis 6. Juli

Montag | Training A

Mir fehlt der Schwung für eine detaillierte Dokumentation des Trainings (ist aber vergleichbar mit dem Training, wie in diesem Beitrag beschrieben). Unter dem Strich kann ich sagen: der befürchtete Kraftverlust hat sich zumindest nicht auf das aufgelegte Gewicht ausgewirkt. Gleichzeitig war das Training mit spürbar mehr Anstrengung verbunden.  Klar, Speedweek, aber sonst hatte ich am 1. Tag auch noch keine bemerkenswerten Einbußen. Immerhin, es läuft!

Dienstag | Laufen | Jumping

Am Dienstag fühlte ich mich mehr psychisch denn physisch schlapp. Dennoch schon das Gefühl, körperlich nicht sonderlich belastbar zu sein.

Ein 10k Lauf – nüchtern – steht auf dem Plan

Es ist schwül, ich schleppe mich nach vier Kilometern mehr über die Strecke und beschließe, die Abkürzung zu nehmen (= ca. 7 km).Diese führt mich aus dem Wald raus. Bereits nach der nächsten Biegung sehe ich in der Ferne zwei Gestalten mit Hunden. Einer der Hunde ist weit voraus und erblickt mich in diesem Augenblick. Stocksteif angespannt bleibt er stehen. Er ist fern, und doch ist zu erkennen, wie sich sein Nacken „aufplustert“, er kurz davor ist, loszupreschen. Ich rufe laut und nachdrücklich: „Hallooo!!“ um den Hundehalter auf die Situation aufmerksam zu machen. Ach so, der hatte das wohl gesehen, sieht aber keinen Handlungsbedarf, zumindest reagiert er nicht. Inzwischen laufe ich immer langsamer, wechsele vorsichtshalber ins Schritttempo. Da setzt der Hund auch los, in einem Karacho auf mich zu. Ich schaue kurz zu ihm hin, schaue wieder weg und ignoriere ihn. Aber nee, der dafür günstige Zeitpunkt ist offenbar vorüber und er damit auch direkt vor mir. Mit gefletschten Zähnen, sprühendem Speichel, wilden Augen, kann er sich kaum beherrschen. Ich spüre die Hemmschwelle des Hundes zu einem äußerst dünnen Spinnfaden schrumpfen … Er scheint wirklich kurz davor, seine Zähne in meine Waden zu graben. Endlich eilt der Hundehalter herbei und ich hoffe, er schafft es noch rechtzeitig. Nur mit Mühe gelingt es ihm, den Hund an die Leine zu nehmen, denn der schnappt ja um sich. Und was sagt der Mann: „Manchmal tickt der aus, aber gebissen hat er noch nicht.“ Für den Hund hat das keinerlei Nachspiel, nicht ein Wort des Tadels oder sonstwas kommt über die Lippen des Hundehalters.

Ich hatte nach dieser Sache null Power im Körper, war völlig alle und zittrig,  und marschierte heim! Nur 35 Minuten war ich gelaufen!

Abends ging ich zum Jumping Fitness. Auch hier seltsam: Speedweek Tag 2 und das Puddinggefühl in den Oberschenkeln – das sich beim zweiten Intervall sonst einstellt – bleibt nahezu aus. Fein, da macht das Jumpen mehr Spaß, aber es scheinen ja noch ausreichend Kohlenhydrate gebunkert zu sein; was wiederum unerwünscht ist. Zeichen dafür, dass mein Training am Montag und der Lauf an diesem Tag nicht ausreichend an meine Reserven gegangen sind. Ungünstig für den Verlauf einer Speedweek.

Radfahren: 13,65 km

Mittwoch

Termin in einem Fitnessstudio. Zum Glück noch vor der Reise angeleiert. Infogespräch – Konditionen, Ausstattung des Studios, Kurse, Möglichkeiten, … Probetraining für Freitag vereinbart.

Donnerstag | Laufen | Langhanteltraining

Tiefpunkt … ich sah mich nicht in der Lage, zehn Kilometer zu laufen. Mich überhaupt aufzuraffen. Totale Erschöpfung auf allen Ebenen. Es war so, als brauchte ich Stunden, um überhaupt einmal tief genug durchzuatmen, mich für den Tag zu wappnen.

  • 54,59 km Radfahren

Gegen Abend war es besser und ich spürte eine gewisse Vorfreude bei der Vorstellung auf eine Stunde „Langhanteln“. Der Trainer hatte Rücken, es wurde also weniger „Langhantel“ als vielmehr fiese Bodyweightübungen. Ausgerechnet war eine dabei, für die meine Arme zu kurz sind, oder mein Arsch zu dick? Pffff! Nach der Stunde fühlte ich mich jedenfalls um Längen besser. Na bitte, move your ass!

Freitag | Probetraining

Zum Glück hatte ich mir von einem Probetraining eh nicht so viel erwartet. Bisschen frustriert war ich aber schon, denn hinterher spürte ich zwar, dass meine Muskulatur gearbeitet hatte, aber natürlich längst nicht in dem Ausmaß wie bei meinem Homegym-Training. Klar, viel Zugucken, zeigen und erklären lassen … die Zeit verging im Nu und es gibt keinen Grund zur Klage. Weiteren Termin vereinbart, nächsten Montag um 10 Uhr: Gespräch mit dem Trainer, Ziele ermitteln, Trainingsplan für die nächsten Wochen erstellen, mir die entsprechenden Geräte erklären lassen.

Herjee, bis dahin immer noch dieses unerwünschte Schonprogramm. Dazu die Gewichtszunahme während der Speedweek … Der Blick in den Spiegel und die Erkenntnis: meine bisher erreichte Topform ist endgültig dahin. Und auch an diesem Tag hatte ich nichts dafür getan, das Schwinden aufzuhalten  …

Eine dieser unbeabsichtigt ausgelösten Aufnahmen – da muss ich mir gerade den Sand von der Hose gewedelt haben. Die erstarrte Momentaufnahme aber scheint zu zeigen, dass ich ein Zeichen gebe. Genau das gefällt mir an diesem Zufallsbild.

Samstag

Ausruhen, einfach … nur … ausruhen … Platt wie eine Flunder. Ende der Speedweek und dann das: zum gemütlichen Samstagsfrühstück ein ganz normaler Hunger. Kein bisschen ausgehungert, gar nicht diese Freude auf ein leckeres Brötchen. Das allein wäre ja fein, nur … was sagt denn die Waage zum Ende der Speedweek? Nochmal zugenommen! Und um so richtig zu klotzen: Jahreshöchstgewicht! Boah, wenn das mal nicht zum Kotzen ist! So dachte ich kühl, ohne Gefühl. Merkwürdig nämlich: tatsächlich hat mich das kein bisschen berührt. Es war mir völlig gleich. Pff, na und? Eben. Was solls.

Sonntag | Nüchternlauf

Nüchternlauf vor dem Frühstück am Mittag. Irgendwas zwischen 10 und 11 km. Zeit: 01:04:11 – Pace: weiß der Geier. Wunderbarer Lauf, kaum anstrengend. Ein Genuss. Hinterher ein wunderbares Wohlgefühl, das noch eine Weile anhielt.

  • Radfahren: 15.56 km

Stürmisches Date mit Aphrodite

Sport am Freitag | Letzter Tag auf Texel

Vor einem Monat schrieb ich, Aphrodite sei ein tolles Workout auf Reisen. Vor allem in der Theorie so herrlich unanstrengend.  So ist das, wenn man laut rumtönt. Lass den Worten Taten folgen!

Am Montag hatte ich das in der Ferienwohnung umgesetzt. Insgesamt bringt das Workout 150 Sprünge nach oben und 150 Sprünge in die Push Up Position mit sich; da wäre es schon gut zu wissen, ob die Ferienwohnung unter einem eventuell belegt ist, ehe man spätabends … Klar, ich springe schon meinen Gelenken zuliebe federnd und leise, aber irgendwie hemmt es mich doch ein wenig.

So kam ich auf die Idee, das Workout abends am Strand zu absolvieren. Mein Mann hatte sogar zugesagt, mich zu begleiten. Er wollte sich dazu setzen und etwas Traumarbeit machen oder meditieren. Toll, da freute ich mich schon richtig drauf.

Am frühen Abend zog ich also meine Laufschuhe an und machte einen 20minütigen Lauf bis zum ausgewählten Strandbereich. Mein Mann nahm das Leihfahrrad. Am Strand ging ein unerwartet heftiger Wind, der den feinen Sand mit sich riss. Erst dachte ich „oha!“, aber dann kam ich drauf, dass das sicher angenehm sei, bei so einem schweißtreibenden Workout.

Die ausgewählte Trainingsfläche. Der Boden war hier relativ fest. So dachte ich.

Also los! Mit dem Rücken zum Wind – er trieb einem sonst den Sand in die Augen – hatte ich mich in Startposition gestellt. Den Nachteil stellte ich umgehend in der Push Up Position fest, denn wenn man den Kopf vorbildlich in Verlängerung der Wirbelsäule hält, weisen die Nasenlöcher wohin? Genau! Der Wind blies mir den Sand direkt in die Nase und als es anstrengender wurde, ich mit offenem Mund schnaufte, dazu noch in den Mund, zwischen die Zähne … *knirsch* Aber herrlich, ich schwitzte kein bisschen! Der Wind brauste in den Ohren und es war einfach nur fantastisch. Anfangs.

Haha, meine Haare wehten nicht im Wind, sondern der Sand in Verbindung mit der feuchten Salzluft hatte sie sturmfest in eben diese Position gebracht. Das steife Haarbündel schien rasch schwerer und schwerer zu werden. Der Sand kribbelte auf der Kopfhaut. Ein Erlebnis!

Wie auf obigem Bild zu erkennen, war es bald nötig, die Trainingsfläche zu verlegen. Dank der Dynamik wühlten sich Hände und Füße doch sehr rasch in den Boden. Außerdem waren die Sprünge auch viel anstrengender, da der Sand immer nachgab, die halbe Kraft darin versandete.

Nach 30 Push Up Burpees sah das so aus. Nebenbei sieht man am Schatten auch sehr schön, wie perfekt meine „Frisur“ hält

Nach 50 Wiederholungen machte ich schnell die 50 Air Squats und ging dann zu meinem Mann, um bei ihm die Füße für 50 Frog Situps einzuklemmen. Dann auf zu 40 Pushup Burpees. Der Wind nahm stetig zu, ich machte mir langsam Sorgen um meine Ohren, in die der Sand auch drängte.

Es wurde echt mühsam, meine Beine rasch müde. Man sieht, die Ausführung ist auch nicht mehr ganz optimal.

Nach dem 2. Satz mit je 40 Wiederholungen wurde mir das mit dem Wind echt zu viel. Ich konnte die Augen kaum noch offen halten und …

Die Frisur sitzt!

musste immer rascher die Trainingsfläche wechseln. Mein Mann war ganz froh, dass ich mein Trainingslager mehr in den geschützten Dünenbereich verlagern wollte, da der Wind doch heftig an seinem wertvollen Traumnotizbuch riss.

Unten, neben der Gabelung, zog ich die restlichen Sätze durch.

Nach dem Gebraus war das wirklich wohltuend, windgeschützt die Übungen auszuführen. Wenngleich mir dort rasch warm wurde. Aber da hatte ich die höchsten Wiederholungszahlen ja eh hinter mir.

Anschließend wollte ich den Weg zur Ferienwohnung auch wieder laufend zurücklegen. Bis zum Fietspad lief ich auch recht schwungvoll, dann aber machten schlagartig beide Waden dicht. Zack, peng, aus! Steinhart, stahlhart, nichts zu machen. Aphrodite im Sand hatte alles rausgesogen! Mir war es egal. Ich war so geflasht von dem tollen Trainingserlebnis, dass ich beschwingten Spazierschrittes den Weg fortsetzte und einfach nur glücklich war. Mein Mann brachte das Fahrrad noch zurück zum Verleih, wir trafen danach alle wieder in der Ferienwohnung zusammen. Koffer packen.

Komme nicht mehr hinterher

Eben noch daheim, schon in Amsterdam. 

Zu Fuß und per Straßenbahn – keine Zeit für Sport und das war auch gut so. Am nächsten Tag geht die Reise weiter.

Montag 

Wenige Sekunden noch, dann fliegen die Schuhe von den Füßen. Hier ist es spürbar kühler als in Rhein-Main. Den Tag genießen … Abends in der Ferienwohnung dann ein Workout: Freeletics Aphrodite. Da die Temperaturen hier angenehmer, war das gleich mal weniger anstrengend. 

Dienstag 

Hier höre ich Meer!

Outfit of the day. Hatte keinen Plan, natürlich die falsche Kleidung im Koffer und weil wir die Sonne noch mitnehmen wollten, keine Zeit zum Überlegen. Aber immerhin  trage ich brav ein Unterhemd drunter! Kann man nicht meckern!

Am späten Nachmittag ein Lauf.

Laufend die Umgebung erkunden – das zählt zu den Highlights einer Reise.

Und jetzt: müde, wie immer um diese Zeit. Komme ich der Zeit nicht hinterher, so holt sie mich zuverlässig am späten Abend wieder ein.

Sport | … erleichtert …

Ich schau eher sporadisch in die Statistik meiner Trainings-App, doch dieses Mal wollte ich mich vergewissern, dass Tag B tatsächlich wieder gut gelaufen ist. Auf der Abbildung gut zu erkennen ist der als Leistungseinbruch erlebte Trainingstag B am 14. Juli: Für mich überraschend ist, dass heute — auch insgesamt betrachtet — ein leichter Anstieg zu verzeichnen ist. Dass die Kurve im gesamten Trainingsverlauf flacher wird, ist ja zu erwarten. Deshalb waren meine Erwartungen nach dem Einknicken auch nicht so hoch, ich hoffte nur, nicht noch schwächer geworden zu sein.

Trainingstag B | Zwischen dem 29.6. und dem 14.7. wäre eigentlich noch ein Eintrag für den 6.7./  7.7. zu erwarten. Das war jedoch der Deload während der Speedweek, so dass Training B in der Woche ausfallen musste. Den Knick erklärte das – zumindest in meinen Augen – trotzdem nicht.

Ich habe überlegt, dass es eine generelle Sorge sein könnte, die mich eher halbbewusst umtreibt: In meinem Alter baut man leistungsmäßig eher ab. Eine Frau in meinem Alter, die schon seit zwanzig Jahren trainiert, wird womöglich trotz hartem Training eine eher abfallende Kurve sehen. Ich zehre halt als Alte trotzdem noch vom Anfängerbonus und startete ja quasi bei Null. Unterm Strich ist die seit Ewigkeiten trainierende Frau meines Alters natürlich deutlich fitter als ich. Was wollte ich sagen? Ach so, ja, da ist wohl die insgeheime Sorge, es könne nun schon dauerhaft abwärts gehen. Aus Altersgründen. Klar, irgendwann werde ich mich dem eh stellen müssen. Nur nicht so gerne heute schon! 😉

Sportprotokoll

Donnerstag, 20.7.2017

Nüchternlauf: 10,2 km | 0:58:27 | Pace: 5:44

Training B

  • Kreuzheben | Langhantel
    20 x 40 | 20 x 40 kg | 16 x 44 kg
  • Bulgarian Split Squats | Kurzhanteln (2 x 10 kg)
    20 | 20
  • Langhantelrudern im Untergriff, vorgebeugt
    17 x 32 kg | 17 x 32 kg | 14 x 32 kg
  • Trizeps Flachbankdips, Beine hoch
    13 x 13 kg | 10 x 13 kg | 11 x 13 kg
  • Flachbankdrücken | Kurzhanteln
    12 x je 14 kg | 11 x je 14 kg | 11 x je 14 kg | 11 x je 14 kg
  • Schulterdrücken | Langhantel
    14 x 18 kg | 10 x 18 kg | 11 x 18 kg
  • Fliegende, umgekehrt | Kurzhanteln
    20 x je 7 kg | 20 x je 7 kg | 20 x je 7 kg
  • Beckenheben | Langhantel
    12 x 34 kg | 13 x 34 kg

Mittwoch, 19.7.2017

  • Trainingsfrei!
Radfahren zur Entspannung: 21,65 km

Dienstag, 18.7.2017

Nüchternlauf: 10,2 km | 1:00:13 | Pace: 5:54

  • Radfahren: 25,96 km
  • 1 Std. Jumping Fitness

Montag, 17.7.2017

Training A

[Platzhalter – wird morgen nachgetragen – die Zeit, die Zeit …]

  • 22,22 km Radfahren
  • 30 min. Zirkeltraining

Die Pobrustwarzenknospe

Traum vom 11. Juli

Die Zufahrt zum Antriebsstoff und der Weg meiner Herkunft treffen im rechten Winkel aufeinander. Genau an diesem Punkt stehe ich. Selbstvergessen, mit nach links gedrehtem Oberkörper, schaue ich auf meinen nackten Po, wie in einem Spiegel. Die Pobacken haben sich verändert. Sie sind sehr rund und fest.

Mitten auf ihnen ist eine junge Brustwarze entstanden, wodurch die Pobacken fast ein wenig Brüsten ähneln. Mir fällt ein — da ich eine Erklärung dafür suche –, dass es bei Männern, die Anabolika nehmen, zur Gynäkomastie kommen kann. Aber ich bin ja kein Mann und irgendwelche Substanzen nehme ich auch nicht … — oder? Eine sanfte Stimme erklärt, dieser Effekt auf meinen Pobacken sei kein Makel, sondern eine natürlich entstandene Auszeichnung, die von hartem Training und viel Disziplin zeugt. Ich bleibe unsicher … höre ich vielleicht meine eigene Stimme nur, die mich beschwichtigen will? In diesem Moment treibt eine der Brustwarzen aus … ein hauchzartes Hautstängelchen wächst wie im Zeitraffer, mit der Brustwarze als Blütenknospe voran, aus der Pobacke.

Bald neigt sich die Brustwarzenknospe dem Boden zu und lässt dort eine cremige Masse  herausquellen: Dabei macht sie leicht kreisende Bewegungen und gebiert so eine formvollendete Schnecke aus Kot. Bin ich im ersten Augenblick noch fasziniert von all der Zartheit, dem Schönen, dem Natürlichen und der Ästhetik dieser wunderbaren Schnecke, kommt mir mit einem Mal die Möglichkeit in den Sinn, die Eltern oder Nachbarn könnten diesen Kothaufen hier entdecken. Niemand würde die Schönheit erkennen, alle würden nur die Nase über mich rümpfen und mich als Schwein bezeichnen. Ich bin über mein Tun erschrocken und … spüre zugleich den Schmerz eines großen Verlusts.


Verblüffend in diesem Zusammenhang, dass mir die ringelnitze tatsächlich mehr Brustwarzen als üblich zugestehen, ohne zu dem Zeitpunkt von meinem Traum gewusst zu haben.

Sport | Es läuft nicht

Zu diesem Eintrag muss ich mich durchringen. Es schreibt sich halt beschwingter, wenn das Training gut läuft,  ich mit meinen Leistungen einigermaßen zufrieden bin und somit die Energie nur so pulsiert. Die aktuelle Lage ist anders. Erstens scheine ich, bis heute andauernd, ein kleines Leistungstief zu haben und zweitens war der letzte Besuch des Trimm-Dich-Pfades ziemlich ernüchternd. Ich hatte mich so auf das Hangeln gefreut …

Wenn es nicht läuft, dann läuft es eben mal so richtig nicht. Keine einzige brauchbare Aufnahme war entstanden.

Bereits auf der Fahrt mit dem Rad zum Trimmgelände fröstelte ich. Bei der Ankunft hatte ich eiskalte und klamme Finger. Im Wald war es noch feucht vom letzten Regen; meine Finger waren steif und etwas taub, als ich meinen Fuß zum Einstieg in die Kerbe der Hangelstation keilte. Woran ich gar nicht gedacht hatte: dass das Holz der Griffe vom nächtlichen Regen noch feucht und glubschig sein könnte. No Grip. Es kostete mich schon zu viel Kraft, mich nahezu unbewegt daran zu halten. Nur mit höchster Konzentration kam ich Stange um Stange weiter und die Kraft war so viel zu schnell verbraucht.

Erster Versuch = Stange 4 | 2. Versuch = Stange 3

Selbst das Beinheben war schwieriger; aber immerhin wird dadurch die Körperspannung noch besser trainiert, wenn man jeden unnötigen Schwung vermeiden muss. Trotzdem, es gibt kein Schönreden: ich war megaenttäuscht. Ach ja, zu allem Überfluss fühlte ich mich auch voll kraftlos und schwer, schob das Misslingen beim Hangeln letztlich doch auf mich. Mehr Disziplin und Leidensfähigkeit hätten auch mehr Leistung zutage befördern können; so warf ich mir vor. (Jaaaa jaaa, du blöde Kuh, antwortete ich mir im Stillen).

Dazu hatte ich mir bei der Hausarbeit die LWS vergniesgnaddelt. So traute ich mich nicht an mein Schlingentraining.

Der Einstieg zum Laufen am Sonntag war auch so richtig elend. Der untere Rücken fühlte sich steif an – einzig meine Annahme, dass diese Steifheit von einer Verspannung rührt, ließ mich die Laufschuhe überhaupt anziehen. Laufen lockert meist. Hinzu kam allerdings, dass ich schon seit Samstag einen prallen Blähbauch spazieren führte, dazu krampfartige Anwandlungen im Darm hatte und mir selbst die Reiswaffeln wie ein Stein im Magen lagen (vermutlich hatte sich die Verdauung für einen Streik auf allen Ebenen entschieden). Da ich bis zum Abend auf Besserung gehofft hatte, war der Lauf nicht mehr anders zu legen und ich trabte unglücklich los. Erst schien mir, ich könne wegen meines Rückens gar nicht so recht ins Laufen kommen. Nach einem Kilometer war der Rücken fast frei und wenigstens mein Laufapparat schnurrte später wieder reibungslos. Wäre da nicht diese harte runde Wampe gewesen.

Die Wochenübersicht

Schluss hier. Ich habe keine Lust, mich weiter damit zu befassen. Blick nach vorn!


Der Ausbruch | Realität und Traum

Seinen Träumen folgen?

Immer mal wieder lese ich, man solle seinen Träumen folgen. Welche Art von Träumen hat man da vor Augen? Lichte Träume von Glück und Unbeschwertheit? Den Traum vom goldenen Horizont, den man erreichen wird? So in etwa stelle ich mir das in naiven Momenten vor.

Was ist eigentlich mit den angstauslösenen, den beunruhigenden und den finsteren Träumen? Soll man diesen auch folgen? So eine blöde Frage! Natürlich nicht! Lieber soll man froh sein, dass das nur ein schlechter Traum war! Wirklich … ?

Ich folge gerade einem „schlechten Traum“ im Wachleben, um ihn auf dieser Ebene zu Ende zu führen. Ehe die Traumerinnerung vergeht, will ich also die durch den Traum in Gang gesetzte Dynamik für mich nutzen, um den letzten Schritt zu vollziehen.

Worum geht es?

Das Zirkeltraining … Bereits seit Monaten tendiere ich zum Absprung (Kündigung des Vertrags). Wie es überhaupt zu dem Gefühl einer so ungeheuren moralischen Verpflichtung kommen konnte … Die Geschichte(n) und die Zusammenhänge, die da zu erklären wären, sprengen wahrlich den Blograhmen.

Dieser Traum, den ich gleich beschreiben werde, brachte mich viel direkter mit meinen Gefühlen in Kontakt, als ich das im Wachleben und in der Situation zulasse. Dazu wurden mir meine Knackpunkte klarer, so dass ich mich damit auseinandersetzen konnte. Die Ängste aus der Distanz analysieren und einordnen: sind sie gerechtfertigt oder nicht! Und dann tief durchatmen und den Weg der Angst gehen, weil ich weiß: es kann nichts Schlimmes geschehen, ich muss „nur“ den befreienden Schritt machen.

Der Ausbruch

Am 15. Juli träumte ich …

Heute werde ich wieder am Zirkeltraining teilnehmen. Als ich aus der Umkleide komme, fallen mir auf der Trainingsfläche die unüblichen Aufbauten auf. Die Zwischenstationen wurden aufwändig ausstaffiert. Jemand sagt, heute sei „Fun-Tag“.  Na, das kann ja heiter werden … Wegen des Fun-Tags können wir auch nicht direkt in den Zirkel einsteigen, sondern müssen uns in die Reihe der Wartenden stellen. Die Stationen sind zeitaufwändiger, was den normalen Durchlauf behindert. Nicht nur, dass ich warten muss, auf diese Weise bin ich auch noch unfreiwilliger Zuschauer eines albernen Spektakels, an dem ich in keiner Weise beteiligt sein möchte.

Einige große, dicke blaue Turnmatten wurden zu einer Hüpfburg gestapelt. Nach und nach gehen die Frauen also dorthin, um den kleinen Parcours zu meistern. Auf dem Weg wandeln sie sich zu kleinen Windelkindern, die johlend und mit ungeschickten Schritten den mattenweichen Zugang hochstapfen und sich dabei gegenseitig bunte Schwimmnudeln auf die speckige Kehrseite kloppen. Die erste „Hürde“ scheint zu sein, dabei sein Gleichgewicht zu halten, während es scharf nach links um eine hochkant gestellte Matte herum und von dort direkt nach oben ins Zentrum der Hüpfburg geht. Hmm, das soll wohl die eigentliche Herausforderung sein, überlege ich gelangweilt. Auf der Hauptmatte macht man dann einige vergnügte Hüpfer, um schließlich den letzten Satz in Form eines Absprungs zu absolvieren. Es ist mir ein Rätsel … alle machen diesen Zirkus ganz selbstverständlich mit.

Die Atmosphäre ist aufgeregt. Ach, und das dazu: die Inhaberin ist heute aus dem Urlaub zurück, schaut mürrisch drein. Sie ist mit ihren Mitarbeitern unzufrieden Klar, es läuft gut, aber es könnte immer noch besser laufen – … viel viel besser! Hinter mir steht eine Frau, die – wie ich – seit der ersten Stunde dazugehört. Ihre Wangen sind vor Aufregung gerötet; wird sie die Übungen meistern können, scheint sie sich zu fragen. Hinter vorgehaltener Hand zwar, schreit sie mir dennoch so laut in den Nacken, dass ich vor Schreck den Kopf einziehe, um meine Ohren mit den Schultern zu schützen. Eine vielleicht unbewusste Unsicherheit mag ihr diese zu aufgeregte und laute Stimme verleihen. Dunkel glänzen ihre Augen …

Ich kann mir nicht vorstellen, diesen Zirkel über drei Runden mitzumachen. Aber natürlich, ich komme hier nicht raus, ohne durch meine „Flucht“ wie eine Spielverderberin zu wirken. Da sähe ein jeder, wie sehr mich diese Albernheiten anöden. Auch wäre es ein Schlag ins Gesicht der Mitarbeiterinnen, die sich ja viel Mühe mit dem Aufbau gegeben haben.

Schon bin ich an der Reihe und setze widerwillig an, die Schritte zur Hüpfburg zu machen …

Gegen meinen Willen muss ich in genau diesem Augenblick doch noch getürmt sein, denn sogar den weit entfernt liegenden Stadtrand habe ich weit hinter mir gelassen. Das Meer ist nahe. Kaum will ich mein Glück fassen, da bemerke ich sie ….

Die Inhaberin ist mir auf dem Fuß gefolgt! Ihre schweren Vorwürfe holen mich ein. Verbale Schläge … Sie läuft an mir vorbei, hinein in ein Wattenmeer, dessen Ebbe schon lang währen muss, da dieses einer staubigen Sandwüste gleicht. Hier gibt es kein Entrinnen! Dazu spüre ich, wie tief ich sie mit meinem Verhalten verletzt habe. Das schmerzt auch mich und es tut mir von Herzen leid. Aber ich bleibe dabei, und will es ihr verständlich machen:

„Hör mir bitte zu. Ich habe zwei Kinder in großem Abstand geboren, war mein bisheriges Leben lang aktive Mutter und habe dabei unzählige Male Hüpfburgen besucht, die mich bereits vom ersten Mal an total gelangweilt haben. Ich tat es für meine Kinder – nicht für mich! Ich mag nicht mehr. Das musst du verstehen, bitte!“

Verletzt und mit schmollendem Gesichtsausdruck wendet sie mir den Rücken zu, geht Richtung Wüstenmeer. Ihr ganzer Körper strahlt innere Abwehr aus, wirkt angespannt, sie will das nicht einsehen. Ich möchte all dies Unangenehme zwischen uns aus der Welt schaffen.

Mit ein paar schnellen Schritten hole ich sie ein, umfasse sie mit beiden Armen von hinten, drehe sie vorsichtig zu mir um, was sie geschehen lässt. Dann nehme ich sie in die Arme und halte sie vorsichtig fest. Schon spannt sie sich wieder an; sie will sich nicht geschlagen geben. Nur aus diesem Grund sagt sie jetzt etwas, das sie niemals vorschlagen würde, da es ihr absolut gegen den Strich geht:

„Du hast dich bestimmt gewundert, dass ich dir, als Fitteste von uns, noch immer keinen Job angeboten habe.“

„Nein!“

Auf diese Weise will sie mich zurück in den Zirkel bewegen!? Oh nein!

„Ich habe mich nie gewundert. Ich will keinen Job!“

Doch sie will gleich hier und jetzt einen Vertrag mit mir machen, sitzt schon auf einem Granitbrocken, das alte Klassenbuch aufgeschlagen auf den Knien und blättert mit fahrigen Bewegungen bis zum aktuellen Kalenderblatt durch. Dazwischen bemerke ich zu meiner großen Verwunderung eine Urkunde, die auf meinem Namen ausgestellt ist, die mir aber nicht ausgehändigt wurde – bei irgendeiner Sache habe ich wohl mal den 1. Platz gemacht. Die Inhaberin scheint so oft darüber hinweggeblättert zu haben, dass sie mir diese auch jetzt ganz selbstverständlich unterschlägt. Dazu sind alle Seiten des großen Terminkalenders eng beschrieben, die Mitarbeiter sind für das ganze Jahr fest eingeteilt. Nicht eine einzige Lücke, doch sie murmelt gestresst:

„Bestimmt willst du gleich zum Ersten anfangen … Das wäre in diesem Monat der zweite.  Hm, da hat schon Karen Dienst … ich werde ihr absagen, damit du ihre Schichten übernehmen kannst.“

Ach du liebe Zeit … Karen … das erinnert mich … Plötzlich rauschen in Sekundenbruchteilen unzählige gemeinsame Arbeitszeiten vor meinem inneren Auge ab … das war alles so unangenehm, ein einziger Albtraum, der sich nicht wiederholen soll. Ich will doch diesen Job nicht! Niemals! Warum sage ich das jetzt nicht ganz laut? Wo bleibt meine Stimme? Ich werde mich doch nicht selbst verraten! Als Trainerin müsste ich sogar noch Vergnügen an den Hüpfburgen heucheln … vorgaukeln, es sei eine tolle und der Fitness zuträgliche Sache! Ein Albtraum, ein Albtraum … wann höre ich endlich mein lautes Nein, das allem ein Ende macht?!


Vielleicht sollte es dem Traum-Ich gar nicht möglich sein, das Nein hörbar auszusprechen, damit mir die dafür notwendige Energie im Wachleben bleibt? Das Wort will mir nicht über die Lippen kommen. Überlegung: während man noch im Glauben festhängt, es nicht tun zu können – heute nicht, morgen nicht, nie nicht – kann man es ja trotzdem schon mal tun. Die Beschränkung im Kopf bestehen lassen, und — dieser ungeachtet  — den Weg in die Freiheit gehen.

Dieser Traum ist überhaupt spannend. Die einzelnen Traumszenen erzählen mehrschichtig, wiederholen zentrale Themen im Kleinen oder Großen; aus unterschiedlichen Perspektiven. Zu erkennen vermag ich dies natürlich nur, weil ich um all die Zusammenhänge weiß, die hier – wie ich bereits sagte – den Rahmen sprngen würden. Und wenn ich dann noch überlege, für wie viele Traumaussagen ich dennoch blind bin!

Wie geht der Traum im Wachleben zu Ende?

Seit gestern ist die Kündigung geschrieben und ausgedruckt, und … inzwischen auf dem Postweg. Was für ein Zirkus da in mir abgegangen ist, und das nur wegen solch einer Kleinigkeit! 😉

Ja, und man wird mir sicher keine einzige Träne nachweinen. Das Zirkeln um meinen eigenen Bauchnabel macht mich so schwerwiegend und bedeutend – in der Realität bin ich irgendeine von Vielen.