Das erste Mal – … ein bisschen aufregend war es ja doch

Heute war es soweit; eine Stunde bevor ich zum Fitnessstudio aufbrach, spürte ich doch ein wenig Aufregung. Das erste Training im Alleingang stand bevor. Zwar hatte ich mir am Mittwoch, als ich gemeinsam mit dem Trainer meinen Trainingsplan einmal testweise durchtrainierte, alles so gut wie möglich gemerkt, aber ob das noch abrufbar wäre? Oh oh … Ich spürte diese Hemmschwelle, die mich meine Sporttasche etwas umständlich packen ließ, die mich diese und jene Kleinigkeit daheim noch unbedingt erledigen lassen wollte, bevor ich … . Zugleich war ich richtig scharf aufs Training. Die Beinpresse hatte mir am Mittwoch Vergnügen bereitet. Und der Latzug erst! Heute könnte ich sogar noch etwas mehr Gewicht draufpacken. Ich freute mich darauf, meine Muskulatur arbeiten zu spüren.

Ich klemmte meinen Trainingsplan auf mein gelbes Traumnotizbrett, füllte die Flasche mit Wasser (und ließ sie zuhause stehen – na toll …), nahm die Sporttasche und machte mich auf den Weg.

Zum Warm Up bin ich für 20 Minuten auf den Crosstrainer ( Modus: Cardio) Danach konnte das eigentliche Training beginnen. Heute würde ich ja überhaupt erst einmal herausfinden müssen, mit welchem Gewicht ich an den verschiedenen Geräten arbeiten kann.

Die erste Station auf dem Plan war die Beinpresse. Ich wusste noch, wo ich sie finden kann und wie sie aussieht (haha, darüber werde ich vermutlich schon sehr bald lachen). Ich bestückte sie mit den Hantelscheiben und … war dann unsicher. Ein Hebel musste betätigt werden, um die Metallplatte zu lösen. Doch zu welchem Zeitpunkt? Bei ausgestreckten oder ganz angezogenen Beinen? Plötzlich bekam ich Sorge, meine Beine könnten unter einem zu schweren Gewicht zermalmt werden. Zum Glück waren zwei hilfsbereite Männer in der Nähe und es konnte losgehen. Ein Genuss, der Widerstand hatte es schon ganz gut in sich. Aber nächstes Mal kann ich noch etwas mehr Gewicht draufpacken.

Danach der Wadenstrecker. Da hatte ich am Mittwoch gleich mal die Waden des Trainers in den Schatten gestellt. Er meinte dazu, er müsse unbedingt mal wieder die Waden trainieren. Heute habe ich gleich das doppelte Gewicht draufgesteckt – nächstes Mal geht etwas mehr. Ich ahnte bisher gar nicht, dass meine Wadenmuskulatur so stark ist. Na ja, mir wäre fast lieber, ich könnte das über meinen Gluteus sagen, aber … okay, ich arbeite ja dran.

An der Abduktorenmaschine habe ich mich dämlich angestellt. Glücklicherweise sah das ein freundlicher Mann, der ein Gerät weiter trainierte und eilte herbei, mich einzuweisen. Hier war es nicht so einfach, das richtige Arbeitsgewicht herauszufinden. Denn als ich mit der Ausführung vertrauter wurde, erschien mir auch das Gewicht gleich zu leicht. Es ist eben nicht nur die Kraft, die das Gewicht bewegt, sondern auch das Know how.

Dann die Adduktoren … ähnlich, nur umgekehrt. Aber der Hebel … entweder habe ich da wieder etwas falsch gemacht oder der geht wirklich schwer.

Die nächste Station war die Brustpresse. Sehr schön, da sitzt man direkt vor der Spiegelwand und das Tolle ist dann, dass man seine Muskulatur richtig schön arbeiten sehen kann. So etwas motiviert mich ungemein. Klar, auf die richtige Haltung ist zu achten, aber ich freue mich immer, wenn die dicke Ader auf dem Oberarm zu sehen ist. Ach ja und … meine Güte, sehe ich alt aus. Von nun an werde ich ständig von Spiegeln umgeben sein! Das führt sicherlich zu einer gewissen Abhärtung meinem Anblick gegenüber.

Anschließend ging es zum Butterfly reverse. Hmmm … So wie sich das Gerät zeigte, war es für die Übung, wie sie mir gezeigt worden war, nicht zu nutzen. Die Gelenkarme mit den Handgriffen müssten in eine andere Richtung weisen. Ziemlich sicher würde ich dafür aber keinen Werkzeugkasten benötigen. Hmhmhmm. Und wie ich das Gerät noch rätselnd umkreise, kommt auch schon ein Trainer herbei und fragt, wie rum ich drauf sitzen will. Ich antworte: „Falsch rum!“ Haha! Jetzt weiß ich Bescheid. Gefällt mir gut die Übung, hat aber auch etwas ziemlich Fieses, sobald die Kraft nachlässt. Könnte meine neue Hassliebe werden.

Endlich war der Latzug dran. Darauf hatte ich mich die ganze Zeit gefreut. Noch verstehe ich gar nicht, warum mir das so gut gefällt. Auch hier ist es zum Ende hin eine Quälerei. Aber selbst die Quälereien piesaken unterschiedlich. Vielleicht finde ich das noch heraus, warum das hier doch „genussvoller“ schmerzt.

So, da war dann noch der Rückenstrecker. Ich begann mit viel zu wenig Gewicht. Legte nach und nach … Kam mir bald merkwürdig vor, ich werde mich noch einmal bei der Ausführung kontrollieren lassen müssen, um sicher zu gehen, dass ich das richtig mache. Auf jeden Fall war das ein Aha-Erlebnis: DAS also ist der Rückenstrecker! Zum ersten Mal konnte ich diese Muskulatur abgegrenzt spüren. Eigentlich ja ein Zeichen dafür, dass ich den Zielmuskel treffen konnte und somit die Ausführung richtig war. Das war anstrengend, aber sehr angenehm zugleich, diesen Rückenmuskel mal so richtig intensiv zu nutzen, ohne gleichzeitig das Gefühl zu haben, sich dabei womöglich die Bandscheiben zu crashen.

Da begreife ich hautnah (nämlich praktisch, und nicht nur in der Theorie), warum es wichtig ist, eine gewisse Grundkraft aufzubauen, ehe man mit freien Gewichten arbeiten sollte: Fehlt nämlich die notwendige Grundkraft ist die richtige Ausführung kaum möglich. Fehlende Kraft zieht immer Ausweichbewegungen nach sich, die schließlich zu Verletzungen führen (können).

Zum Schluß muss noch der Gegenspieler gestärkt werden: Bauchpresse. Ja, das war anstrengend. Ja, ich eumelte immer am Rand der Übelkeit entlang. Wegen der Übelkeit musste ich dann auch das Gewicht verringern. Aber das ist okay. Die richtige Ausführung macht stark und nicht das Gewicht, das dem Ego schmeckt.

Anschließend 20 min. Crosstrainer. Danach war ich glücklich. Mein Körper fühlte sich endlich mal wieder angenehm erschöpft an, während ich mich gleichzeitig mit positiver  Energie aufgeladen fühlte. Mit Tatendrang, mit Leichtigkeit, mit Freude. Freue mich schon auf das nächste Training am Montag. Yay!

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7 Kommentare zu „Das erste Mal – … ein bisschen aufregend war es ja doch

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