Formverlust | Speedweek: zugenommen! | niedergeschlagen …

Rückblick: Von der Reise direkt in die Speedweek

Mit dem ersten Aufwachen im eigenen Bett startete dann auch gleich die Speedweek. Das Praktische ist, dass die erste Mahlzeit eh immer gegen  14 Uhr eingeplant ist und so genügend Zeit blieb, zum Einstieg ein paar Eier, Magerquark und Salatgurke zu besorgen.

Ich fühlte mich echt „dick“, was vermutlich daran lag, dass ich in der Urlaubswoche nicht hart trainiert und schließlich das ganze Wochenende sogar sitzend verbracht hatte. So freute ich mich auf die Erleichterung, die die Speedweek bisher immer mit sich gebracht hatte.

Tja, leider war das dieses Mal völlig anders. Nach einer Woche hatte ich sogar noch ein Kilo zusätzlich drauf. Ich hatte auch bemerkt, dass sich nicht die typischen Speedweek-Erscheinungen einstellten. Sonderbar. Auch jetzt, die Speedweek liegt ja schon ein paar Tage zurück, bleibt das höhere Gewicht bestehen. Es war die härteste Speedweek des Jahres, da ich nicht für meine Disziplin belohnt wurde – immerhin hatte ich mich konsequent auf 750 Kalorien am Tag beschränkt und auch sonst genau an die Vorgaben gehalten. Egal, Haken dahinter!

Wie üblich, nach dem Besuch meiner alten Heimat, fiel ich anschließend in ein tiefes, finsteres Loch. Heißt: der Alltag läuft auf Autopilot und ich weiß nicht, wo ich mich finden kann. Vielleicht will ich mir auch gar nicht begegnen. Völlig daneben. Autopilot auch beim Sport – jetzt bloß den Sport beibehalten!! Nicht überlegen, nicht auf die Leistungen schauen, nichts vergleichen! Einfach nur machen!

Mensch, mach doch, sonst gehste unter!

Sport | 31. Juni bis 6. Juli

Montag | Training A

Mir fehlt der Schwung für eine detaillierte Dokumentation des Trainings (ist aber vergleichbar mit dem Training, wie in diesem Beitrag beschrieben). Unter dem Strich kann ich sagen: der befürchtete Kraftverlust hat sich zumindest nicht auf das aufgelegte Gewicht ausgewirkt. Gleichzeitig war das Training mit spürbar mehr Anstrengung verbunden.  Klar, Speedweek, aber sonst hatte ich am 1. Tag auch noch keine bemerkenswerten Einbußen. Immerhin, es läuft!

Dienstag | Laufen | Jumping

Am Dienstag fühlte ich mich mehr psychisch denn physisch schlapp. Dennoch schon das Gefühl, körperlich nicht sonderlich belastbar zu sein.

Ein 10k Lauf – nüchtern – steht auf dem Plan

Es ist schwül, ich schleppe mich nach vier Kilometern mehr über die Strecke und beschließe, die Abkürzung zu nehmen (= ca. 7 km).Diese führt mich aus dem Wald raus. Bereits nach der nächsten Biegung sehe ich in der Ferne zwei Gestalten mit Hunden. Einer der Hunde ist weit voraus und erblickt mich in diesem Augenblick. Stocksteif angespannt bleibt er stehen. Er ist fern, und doch ist zu erkennen, wie sich sein Nacken „aufplustert“, er kurz davor ist, loszupreschen. Ich rufe laut und nachdrücklich: „Hallooo!!“ um den Hundehalter auf die Situation aufmerksam zu machen. Ach so, der hatte das wohl gesehen, sieht aber keinen Handlungsbedarf, zumindest reagiert er nicht. Inzwischen laufe ich immer langsamer, wechsele vorsichtshalber ins Schritttempo. Da setzt der Hund auch los, in einem Karacho auf mich zu. Ich schaue kurz zu ihm hin, schaue wieder weg und ignoriere ihn. Aber nee, der dafür günstige Zeitpunkt ist offenbar vorüber und er damit auch direkt vor mir. Mit gefletschten Zähnen, sprühendem Speichel, wilden Augen, kann er sich kaum beherrschen. Ich spüre die Hemmschwelle des Hundes zu einem äußerst dünnen Spinnfaden schrumpfen … Er scheint wirklich kurz davor, seine Zähne in meine Waden zu graben. Endlich eilt der Hundehalter herbei und ich hoffe, er schafft es noch rechtzeitig. Nur mit Mühe gelingt es ihm, den Hund an die Leine zu nehmen, denn der schnappt ja um sich. Und was sagt der Mann: „Manchmal tickt der aus, aber gebissen hat er noch nicht.“ Für den Hund hat das keinerlei Nachspiel, nicht ein Wort des Tadels oder sonstwas kommt über die Lippen des Hundehalters.

Ich hatte nach dieser Sache null Power im Körper, war völlig alle und zittrig,  und marschierte heim! Nur 35 Minuten war ich gelaufen!

Abends ging ich zum Jumping Fitness. Auch hier seltsam: Speedweek Tag 2 und das Puddinggefühl in den Oberschenkeln – das sich beim zweiten Intervall sonst einstellt – bleibt nahezu aus. Fein, da macht das Jumpen mehr Spaß, aber es scheinen ja noch ausreichend Kohlenhydrate gebunkert zu sein; was wiederum unerwünscht ist. Zeichen dafür, dass mein Training am Montag und der Lauf an diesem Tag nicht ausreichend an meine Reserven gegangen sind. Ungünstig für den Verlauf einer Speedweek.

Radfahren: 13,65 km

Mittwoch

Termin in einem Fitnessstudio. Zum Glück noch vor der Reise angeleiert. Infogespräch – Konditionen, Ausstattung des Studios, Kurse, Möglichkeiten, … Probetraining für Freitag vereinbart.

Donnerstag | Laufen | Langhanteltraining

Tiefpunkt … ich sah mich nicht in der Lage, zehn Kilometer zu laufen. Mich überhaupt aufzuraffen. Totale Erschöpfung auf allen Ebenen. Es war so, als brauchte ich Stunden, um überhaupt einmal tief genug durchzuatmen, mich für den Tag zu wappnen.

  • 54,59 km Radfahren

Gegen Abend war es besser und ich spürte eine gewisse Vorfreude bei der Vorstellung auf eine Stunde „Langhanteln“. Der Trainer hatte Rücken, es wurde also weniger „Langhantel“ als vielmehr fiese Bodyweightübungen. Ausgerechnet war eine dabei, für die meine Arme zu kurz sind, oder mein Arsch zu dick? Pffff! Nach der Stunde fühlte ich mich jedenfalls um Längen besser. Na bitte, move your ass!

Freitag | Probetraining

Zum Glück hatte ich mir von einem Probetraining eh nicht so viel erwartet. Bisschen frustriert war ich aber schon, denn hinterher spürte ich zwar, dass meine Muskulatur gearbeitet hatte, aber natürlich längst nicht in dem Ausmaß wie bei meinem Homegym-Training. Klar, viel Zugucken, zeigen und erklären lassen … die Zeit verging im Nu und es gibt keinen Grund zur Klage. Weiteren Termin vereinbart, nächsten Montag um 10 Uhr: Gespräch mit dem Trainer, Ziele ermitteln, Trainingsplan für die nächsten Wochen erstellen, mir die entsprechenden Geräte erklären lassen.

Herjee, bis dahin immer noch dieses unerwünschte Schonprogramm. Dazu die Gewichtszunahme während der Speedweek … Der Blick in den Spiegel und die Erkenntnis: meine bisher erreichte Topform ist endgültig dahin. Und auch an diesem Tag hatte ich nichts dafür getan, das Schwinden aufzuhalten  …

Eine dieser unbeabsichtigt ausgelösten Aufnahmen – da muss ich mir gerade den Sand von der Hose gewedelt haben. Die erstarrte Momentaufnahme aber scheint zu zeigen, dass ich ein Zeichen gebe. Genau das gefällt mir an diesem Zufallsbild.

Samstag

Ausruhen, einfach … nur … ausruhen … Platt wie eine Flunder. Ende der Speedweek und dann das: zum gemütlichen Samstagsfrühstück ein ganz normaler Hunger. Kein bisschen ausgehungert, gar nicht diese Freude auf ein leckeres Brötchen. Das allein wäre ja fein, nur … was sagt denn die Waage zum Ende der Speedweek? Nochmal zugenommen! Und um so richtig zu klotzen: Jahreshöchstgewicht! Boah, wenn das mal nicht zum Kotzen ist! So dachte ich kühl, ohne Gefühl. Merkwürdig nämlich: tatsächlich hat mich das kein bisschen berührt. Es war mir völlig gleich. Pff, na und? Eben. Was solls.

Sonntag | Nüchternlauf

Nüchternlauf vor dem Frühstück am Mittag. Irgendwas zwischen 10 und 11 km. Zeit: 01:04:11 – Pace: weiß der Geier. Wunderbarer Lauf, kaum anstrengend. Ein Genuss. Hinterher ein wunderbares Wohlgefühl, das noch eine Weile anhielt.

  • Radfahren: 15.56 km
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5 Kommentare zu „Formverlust | Speedweek: zugenommen! | niedergeschlagen …

  1. Moin, wat für eine Woche! Hut ab!
    Ärger dich nicht über das Gewicht, manchmal ist das so. Meine Vermutung, du hast schön im Urlaub Muskelmasse aufgebaut und die wiegt mehr als Fett 😂
    Also nimm das Gefühl vom Sonntag weiter mit! LG Alf

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  2. 1. „einfach machen!“ ist genau die richtige Einstellung
    2. über diese Art Hundehalter könnte ich mich auch ständig aufregen. Könnte ausrasten wenn ich höre: „der macht doch nichts, will nur spielen“ – denkste! Gott sei Dank habe ich solche Erlebnisse lange Zeit nicht mehr gehabt, im Gegenteil. Die letzten Begegnungen waren alle sehr positiv.
    3. über´s Gewicht würde ich mir (an deiner Stelle) keine Gedanken machen 🙂

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  3. Da ist fast zuviel in einem einzigen Artikel, denn man könnte Bände darauf antworten.

    Das mit der irrationalen Gewichtszunahme kenne ich auch. Nur zu gut. Ich war auch letzten September 2 Wochen in den Niederlanden und habe viel gemacht, auch wenig gegessen – und dennoch nicht abgenommen.

    Eine „Spitzenform“ gibt es eh nur selten und löst sich bald auf.
    Ich habe auch ein wenig zugenommen seit letzten September, bin also abgerückt von der Spitzenform, auch weil mein Gesicht zu schmal wurde.

    Mir fällt wie Robert auf, daß Du nicht energisch auf solche Hundehalter reagierst. Dann wirst Du vom Rad geholt und reagierst auch nicht verbiestert. So zumindest sah ich es und las es.
    Die Leute müssen erfahren, wo sie Grenzen verletzen. Sie sind nicht alleine auf der Welt.

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    1. Aha, dann liegt es an den Niederlanden! Der Kalorienverbrauch scheint dort anderen Gesetzen zu unterliegen. Vermutlich ist es so ähnlich wie mit der Schwerkraft auf dem Mond?!

      @Spitzenform: Da haste recht, Peaks sind keine Vergleichswerte. Nur bin ich gerade in der Hinsicht so vergesslich. 🤓

      Ich habe dem Hundehalter ins Gesicht, vor allem in die Augen geschaut. Er ist meinem Blick ausgewichen. Hätte ich ihn angeschrien, so hätte er seine übliche Abwehrreaktion abspulen können, was ihm Sicherheit gegeben hätte. Ich war aber so unberechenbar wie sein Hund. Er konnte nicht wissen, ob ich im nächsten Augenblick nicht doch noch „zubeißen“ würde. Du siehst, ich bin auf meine subtile Art richtig gefährlich, hihi. 😈

      Gefällt 1 Person

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