Stürmisches Date mit Aphrodite

Sport am Freitag | Letzter Tag auf Texel

Vor einem Monat schrieb ich, Aphrodite sei ein tolles Workout auf Reisen. Vor allem in der Theorie so herrlich unanstrengend.  So ist das, wenn man laut rumtönt. Lass den Worten Taten folgen!

Am Montag hatte ich das in der Ferienwohnung umgesetzt. Insgesamt bringt das Workout 150 Sprünge nach oben und 150 Sprünge in die Push Up Position mit sich; da wäre es schon gut zu wissen, ob die Ferienwohnung unter einem eventuell belegt ist, ehe man spätabends … Klar, ich springe schon meinen Gelenken zuliebe federnd und leise, aber irgendwie hemmt es mich doch ein wenig.

So kam ich auf die Idee, das Workout abends am Strand zu absolvieren. Mein Mann hatte sogar zugesagt, mich zu begleiten. Er wollte sich dazu setzen und etwas Traumarbeit machen oder meditieren. Toll, da freute ich mich schon richtig drauf.

Am frühen Abend zog ich also meine Laufschuhe an und machte einen 20minütigen Lauf bis zum ausgewählten Strandbereich. Mein Mann nahm das Leihfahrrad. Am Strand ging ein unerwartet heftiger Wind, der den feinen Sand mit sich riss. Erst dachte ich „oha!“, aber dann kam ich drauf, dass das sicher angenehm sei, bei so einem schweißtreibenden Workout.

Die ausgewählte Trainingsfläche. Der Boden war hier relativ fest. So dachte ich.

Also los! Mit dem Rücken zum Wind – er trieb einem sonst den Sand in die Augen – hatte ich mich in Startposition gestellt. Den Nachteil stellte ich umgehend in der Push Up Position fest, denn wenn man den Kopf vorbildlich in Verlängerung der Wirbelsäule hält, weisen die Nasenlöcher wohin? Genau! Der Wind blies mir den Sand direkt in die Nase und als es anstrengender wurde, ich mit offenem Mund schnaufte, dazu noch in den Mund, zwischen die Zähne … *knirsch* Aber herrlich, ich schwitzte kein bisschen! Der Wind brauste in den Ohren und es war einfach nur fantastisch. Anfangs.

Haha, meine Haare wehten nicht im Wind, sondern der Sand in Verbindung mit der feuchten Salzluft hatte sie sturmfest in eben diese Position gebracht. Das steife Haarbündel schien rasch schwerer und schwerer zu werden. Der Sand kribbelte auf der Kopfhaut. Ein Erlebnis!

Wie auf obigem Bild zu erkennen, war es bald nötig, die Trainingsfläche zu verlegen. Dank der Dynamik wühlten sich Hände und Füße doch sehr rasch in den Boden. Außerdem waren die Sprünge auch viel anstrengender, da der Sand immer nachgab, die halbe Kraft darin versandete.

Nach 30 Push Up Burpees sah das so aus. Nebenbei sieht man am Schatten auch sehr schön, wie perfekt meine „Frisur“ hält

Nach 50 Wiederholungen machte ich schnell die 50 Air Squats und ging dann zu meinem Mann, um bei ihm die Füße für 50 Frog Situps einzuklemmen. Dann auf zu 40 Pushup Burpees. Der Wind nahm stetig zu, ich machte mir langsam Sorgen um meine Ohren, in die der Sand auch drängte.

Es wurde echt mühsam, meine Beine rasch müde. Man sieht, die Ausführung ist auch nicht mehr ganz optimal.

Nach dem 2. Satz mit je 40 Wiederholungen wurde mir das mit dem Wind echt zu viel. Ich konnte die Augen kaum noch offen halten und …

Die Frisur sitzt!

musste immer rascher die Trainingsfläche wechseln. Mein Mann war ganz froh, dass ich mein Trainingslager mehr in den geschützten Dünenbereich verlagern wollte, da der Wind doch heftig an seinem wertvollen Traumnotizbuch riss.

Unten, neben der Gabelung, zog ich die restlichen Sätze durch.

Nach dem Gebraus war das wirklich wohltuend, windgeschützt die Übungen auszuführen. Wenngleich mir dort rasch warm wurde. Aber da hatte ich die höchsten Wiederholungszahlen ja eh hinter mir.

Anschließend wollte ich den Weg zur Ferienwohnung auch wieder laufend zurücklegen. Bis zum Fietspad lief ich auch recht schwungvoll, dann aber machten schlagartig beide Waden dicht. Zack, peng, aus! Steinhart, stahlhart, nichts zu machen. Aphrodite im Sand hatte alles rausgesogen! Mir war es egal. Ich war so geflasht von dem tollen Trainingserlebnis, dass ich beschwingten Spazierschrittes den Weg fortsetzte und einfach nur glücklich war. Mein Mann brachte das Fahrrad noch zurück zum Verleih, wir trafen danach alle wieder in der Ferienwohnung zusammen. Koffer packen.

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11 Kommentare zu „Stürmisches Date mit Aphrodite

  1. … und die Frisur sitzt!

    Drum galt wohl Aphrodite, die (den Erzählungen nach) aus dem Meer [!] Geborene in der Antike als die schönste der Göttinnen: Jederzeit saß die Frisur, wie in Marmor gemeißellt!

    Es gibt ja die ‚Experimentelle Archäologie‘, das hier ist ist dann so was wie ‚Experimentelle Mythologie‘ 🙂

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    1. Ja, so ist das manchmal. Wenn man das wenigstens vorher wüsste, dass es sicher funktioniert. Doch stellt sich das Gefühl vor allem dann ein, wenn man es eher nicht erwartet hatte. Oder ich muss noch an meiner Erwartungshaltung feilen?

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