Amsterdam

Brücke im Vondelpark - Amsterdam
Ein Blick in die Bildergalerie meines Smartphones machte leider jede Hoffnung zunichte. Tatsächlich, hier waren wir vor einer halben Stunde schon einmal.

Nach einer kurzen Nacht, die keinen Schlaf brachte, fuhren wir nach Amsterdam. Dort waren wir den ganzen Tag bis in den Abend hinein auf den Beinen, um möglichst viel Eindrücke mitzunehmen. Wie müde wir wirklich waren,  stellte sich bereits frühnachmittags im Vondelpark heraus: wir waren eine längere Strecke im Kreis gegangen, ohne dies zu bemerken. Anfangs wollten wir das gar nicht so recht glauben.

Das war der Tag in Amsterdam: heftige Regengüsse … Fahrten in überfüllten Straßenbahnen und freundliche Menschen, denen man eben wirklich nahe kommen konnte.  Als wir schließlich wieder im Hotelzimmer waren, konnten wir uns vor Müdigkeit kaum noch aufrecht halten. Endlich schlafen.

Ich fiel in einen merkwürdig anstrengenden Schlaf, träumte von Natascha Ungeheuer und Johannes Schenk, wurde wach, schrieb die Traumnotizen und schlief direkt wieder ein.

Nach – gefühlt – nur wenigen Minuten, wurde ich von einem Geräusch geweckt…

Das typische gedämpfte Klackklack an der Zimmertür, wenn diese mit der Keycard geöffnet wird. Aber das konnte ja nicht sein. Reglos lag ich im Bett und schaute verblüfft zu, wie ein immer breiter werdender Lichtspalt durch die Tür ins Zimmer fiel. Das Gefühl, jemand schaut ins Zimmer herein und einen Moment später geht die Tür laaaangsam wieder zu. Das war fast nicht zu glauben. War das wirklich geschehen? Doch auch mein Mann raschelte mit dem Bettzeug, dann abrupte Stille, so als horche er.

Ich: „Wie spät?“

Er, gleichmütig: „2:15 Uhr.“

Damit steht er auf und verschwindet im Bad. Na gut, warum auch nicht. Wahrscheinlich hält er mich für hysterisch, wenn ich seine Seelenruhe nicht teilen kann. Sage ich mal lieber nichts. Mein Gefühl aber sagt mir: hier stimmt was nicht.

Eerste Bloemdwarsstraat, Amsterdam

Nachdenklich starre ich ins Dunkel. Inzwischen kehrt er ins Bett zurück, knufft die Decke zurecht und bald wird sein Atem ruhiger … Hat er echt nichts weiter dazu zu sagen? Hmm … Er wird es nicht mögen, wenn ich ihn beim Einschlafen störe, aber …

Ich, kühl und gelassen: „Was war das??“

Er, tiefenentspannt: „Zimmermädchen“ und, mehr nuschelnd: „Putzfrau …“

Ich, zweifelnd: „Mitten in der Nacht?

Er, mit schlafschwerer Zunge: „… villch … Schbädschich …“

Wie jetzt, der schläft echt einfach weiter?!? Spätschicht … mitten in der Nacht die Zimmer staubsaugen?

Ich, mit gebotener Vorsicht sprechend: „Gehst du mal gucken?“

Er: „…“

Ich, sanft aber hartnäckig: „Ich habe Angst.“

Noch während ich es auspreche, spüre ich irritiert: ich habe nicht wirklich Angst, sondern glaube nur, diese sei jetzt angemessen.

Er: „…“

Seine Decke raschelt, er tapst zur Tür, öffnet sie, steckt den Kopf in den Hotelflur, scheint dabei die Tür nah an sich zu ziehen, denn ich höre ihn leise sprechen, ahne aber mehr, dass jemand antwortet, als dass ich es höre.

Die Tür geht wieder zu, *taps taps*, ein Gewicht fällt neben mir auf die Matratze und spricht:

„Sag ich ja, Zimmermädchen.“

Damit dreht er sich auf die Seite und scheint direkt weiterzuschlafen.

Aber …! Das ist doch sehr sonderbar … mitten in der Nacht. Hmm … vorhin, als ich zur Toilette war, schien es mir bereits später zu sein als in diesem Augenblick. Vielleicht war es einfach diese schwere Müdigkeit, die mir vorgaukelte, die Schlafzeit schwinde viel zu schnell dahin. Ich muss mich trotzdem vergewissern:

„Ist es wirklich 2:15 Uhr?“

Genervt aufstöhnend, wälzt er sich zurück auf die andere Seite, greift seine Uhr … , … und:

„Ja, es ist 2:15 Uhr.“

Hmmm … hmm … ohne mein Dazutun rollt eine Frage auf meine Zunge. Ich kann nicht anders, als sie zu stellen, auch wenn ich fürchte, damit seinen Geduldsfaden endgültig zu überspannen:

„Und jetzt? … Immer noch?“

Er, ziemlich gereizt: „Jaa ha!!“

Plötzlich schießt er im Bett hoch, wirft die Decke in hohem Bogen von sich und flucht:

„Scheiße!! Meine Uhr ist stehengeblieben! Wir müssen raus, ist schon nach neun!!“

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8 Kommentare zu „Amsterdam

      1. Naja, es gibt bei mir so ein paar Standard-dumme-Antworten.
        Frage eines Bekannten: Wie (sic!) ist die Gravitationstheorie? Antwort: Grün, viereckig und ziemlich unanständig.
        Generell bei „entweder-oder“-Fragen: Ja!
        … und nun: Frage: Wie viel Uhr ist es? Antwort: 2:15. Bei Nachfrage, wieso: Wie bei Mrs. Flummi.

        Gefällt 1 Person

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