Wenn Warnungen wirklich werden

Der folgende Traum liegt über zwei Wochen zurück. Obwohl er mich anfangs beschäftigte, ist er mir immer noch ein Rätsel. Werde diesen Traum aber mal der Trude erzählen, bei Gelegenheit.

Im Morgengrauen, fast noch vor dem Aufstehen, kommt es an einem Hauptbahnhof zu einer Begegnung mit Trude. Da wir uns eh nur alle Jahre sehen, bin ich total überrascht, dass sie wortlos an mir vorbeigeht – mich sogar streift, jedoch ohne ein Wort zu sagen oder mich anzuschauen. Ihr Kinn ist vorgereckt, sie wirkt beleidigt, entschlossen und sauer. Aus meinem offenen Mund – ich hatte sie gerade freudig begrüßen wollen – kommt kein Ton heraus, ich schaue sie einfach nur total perplex an. Da ist die Begegnung auch vorüber.

Wenige Stunden später entdecke ich sie zufällig, als ich mitten auf dem Dorfbahnübergang stehen bleibe, mich der kleinen Bahnarbeitertreppe zuwende und zum Bahnsteig blicke. So als wären keine Hindernisse auf meinem Weg zu ihr vorhanden, erreiche ich Trude in der nächsten Sekunde und spreche sie an. „Hey, hallo!“

Sie will nichts mit mir zu tun haben: „Lass mich! Ich will dich weder hören noch sehen! Mit meinem neuen Partner ist all das eingetroffen, wovor du mich gewarnt hast. Nun ist es Wirklichkeit: er fühlt sich von mir bedrängt und ständig verletzt. Und das nur wegen dir! Weil du es gesagt hast! Weil es durch deine Worte Wirklichkeit werden konnte. Deine Schuld! Er hat unsere Sache beendet. Ich bin wieder allein.“

Oh nein … das macht mich schwer betroffen … Das ist ja traurig … Irgendwie verstehe ich, dass sie mir die Schuld gibt. Doch hatte ich sie doch deswegen überhaupt auf das Thema angesprochen, damit es gar nicht erst soweit kommt. Vorbei … vorbei … alles vorbei … sie weist mich ab.

Das unbeirrt Vorwurfsvolle, und die Endgültigkeit, an der ich die Schuld tragen soll, trifft mich mit einer Wucht, die mich in die Knie zwingt.

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2 Kommentare zu „Wenn Warnungen wirklich werden

  1. Das ist ja ein beredter Traum!
    Für mich würde ein solcher Traum, hätte ich ihn geträumt, bedeuten, daß ich meinen Äusserungen ungemein Gewicht beimesse, sogar aktiv die Realität beeinflussenden und ändernden Charakter.
    Entweder fürchtet man diese Macht oder wünscht sie sich (insgeheim) herbei.

    Gefällt 1 Person

    1. Was meine Äußerungen anbelangt, ob ich ihnen nun Gewicht beimesse oder nicht, ein Problem bleibt bestehen: ich kann ja reden was und so viel ich will, der Empfänger hört alles durch seinen Filter. WIe viel von dem, das ich eigentlich gesagt habe, kommt letztlich (richtig) an? Vermutlich habe ich, um auf Deine Anregung zurückzukommen, eher Sorge, meinen Worten könne zu viel Gewicht beigemesen werden. Erstens weil ich nicht weiß, ob meine Message überhaupt angekommen ist und zweitens weil ich immer Zweifel habe, bei einer Betrachtung auch alle Blickwinkel berücksichtigt zu haben. Habe ich nämlich nie – irgendwann komme ich da immer drauf: es gibt noch mehr zu erkennen!

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