Im Fieber dämmernd

< — Dieses Traumbild habe ich heute schon beschrieben. Vielleicht werde ich es zukünftig immer mit diesem fiebrigen Dämmerzustand in Verbindung bringen, der mich im Laufe dieses Tages immer mehr erfasste. Ja, ich bin krank geworden. Laufen und Jumpen waren unmöglich. Mein Körper hatte eindeutige Entscheidungen getroffen.

Ich befinde mich wie in einem Ausnahmezustand. Mein Kopf (schmerzhaft erkältet) ist mit heißer Watte gefüllt. Nachmittags kam noch leichte Übelkeit hinzu. Gegen Abend raffte ich mich auf und wollte Kartoffeln und Spinat zubereiten. Nach nur wenigen Schritten wurde mir bei dem Gedanken an warme Speisen so übel, dass ich mich erst einmal auf die Couch gleiten ließ, wo ein leiser Windzug zwischen offener Balkon- und halboffener Kinderzimmertür für etwas Linderung sorgte. Ich legte den Arm über die Augen und dämmerte ungewollt weg …

Aus dem Kinderzimmer hörte ich die helle Stimme meiner Tochter, die „Cheatcode to Happiness“  anhörte und mitsang: „Up up down down left right down left up down down up up …“ So ähnlich … Nicht so, dass mir ein Licht aufgegangen wäre, ich sackte ja längst in einen Dämmerschlaf.

Vielleicht durch die gesungenen Ups and Downs wachgerufen, kehrte das morgendliche Traumbild zurück. Allerdings zeigte sich anstelle der Spanngewichte eine helle Männersilhouette, die ich direkt erkannte: Rainer Rabowski, der zum „Cheatcode“ dirigierte. Kurz sah ich sein Gesicht, in dem ich Hajo wiedererkannte, einen meiner Freunde aus der Fast-noch-Jugendzeit. Mit dem konnte ich damals über die gleichen Sachen lachen. Vielleicht habe ich nie wieder im Leben so oft gelacht wie damals.

In der heißen Watte im Kopf dröselte sich ein Verständnis dieser ganzen Sache zusammen: der Traum vom Morgen, der dazu passende Gesang meiner Tochter, die Kassettenmusik, Rainers Blog; alles hing irgendwie mit dieser Elektronischen Kassettenmusik zusammen, die ich über seinen Blogeintrag Mentocome entdeckt hatte. Die Musik hatte ich vorher im Hintergrund durchlaufen lassen. Mehrfach gehört hatte ich Zyklus VI; es ist so wohltuend. Diese Klänge legten sich schließlich traumhaft über den Cheatcode, während Rainer dirigierte. Damit muss ich eingeschlafen sein.

Ich fragte später meine Tochter, ob sie dieses „Up up down down …“ wohl die letzten Tage gehört habe (wäre ja eine Erklärung für meinen Traum). Nein, zuletzt zum Jahreswechsel, sagte sie.

Sollte sie tatsächlich etwas von meinem morgendlichen Traum aufgefangen haben?

 

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4 Kommentare zu „Im Fieber dämmernd

  1. Gute Besserung!

    Die Sammlung „elektronischer Kassettenmusik“ gefällt mir. Richtige Gems dabei.
    Ich befasse mich gerade mit der japanischen Avantgarde, wenn man so sagen will. 3 Alben schon downgeloadet…

    1. Ja, die Kasssettenmusik läuft bei mir gerade wieder. Manches entfaltet sich erst so richtig nach mehrmaligem Hören.

      Wirst Du zu den runtergeladenen Alben etwas schreiben? Meine Neugier lässt mal wieder fragen … 😉

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