Wundertüte mit Überraschungen

Tatsächlich hatte diese Traumnacht etwas Ähnlichkeit mit einer Wundertüte: nur ein paar Kleinigkeiten schienen drin zu sein.

1. Fokus

Mein ganzes Blickfeld wird von einem Foto ausgefüllt, das ich vor mehr als zehn Jahren aufgenommen hatte. Die Traumkraft, die unsichtbar aus einem Dunkel heraus agiert, erklärt, diese Aufnahme solle mir zeigen, dass alles in Ordnung ist (etwas das vor dem Einschlafen ganz und gar nicht in Ordnung schien …). Eines aber müsse ich dabei stets vor Augen haben:

Fokus!

Der Fokus sei das Entscheidende. Auf diese Weise könnte ich zu einer Klarheit gelangen, wie sie der blaue Himmel auf dem Foto symbolisiere. Das Symbol wurde von der Traumkraft meiner Aufnahme hinzugefügt und soll mir dies stets in Erinnerung rufen.

Aufnahme gestern beim Morgenlauf, abends damit gebastelt

Interessant ist, dass das Foto  oben (das ich gleich nach dem Aufwachen aus dem Archiv holte) im Traum gezeigt wurde – so dachte ich. Doch stimmt das Traumbild nicht mit der realen Aufnahme überein.. Der Traum schien meine Aufnahme mit dem Dach eines anderen Hauses überlagert zu haben; jedoch nur die Perspektive betreffend. Wie es nur in Träumen möglich ist, wurden beide Aufnahmen zu einer neuen verschmolzen, die mir selbst beim Aufwachen noch so vertraut schien, dass ich meinte, genau diese Aufnahme müsse tatsächlich existieren. Es ist ziemlich verwirrend …  das macht das Traumerinnern oft auch so schwierig: diese Unlogik im Traum, für die es keine Worte, und auch keine guten Vergleiche zu geben scheint. Das Wichtigste, das ich verstanden habe:

  • Die Spitze ist gleich einem Winkel.
  • Im Fokus wird das auf die Spitze getriebene Element zu einer Kleinigkeit.
  • Aus dem Elefanten wird eine Mücke.

Beim näheren Betrachten dieses Traumbildes – klingeling!! – stellte sich bald das Gefühl einer ziemlich großen Erleichterung ein … Eine große Last (Elefant) wurde mir genommen. Ich schlief weiter …

2. Wunder wirken Wunder

Mir geht es nicht so gut. Mein Kopfinneres fühlt sich leicht brüchig an; meine Stirn ist gerunzelt, die Augenbrauen sind zusammengezogen. Ich scheine einer Aufforderung nachzukommen, da ich selbst nicht drauf gekommen wäre und ich auch überhaupt nicht in der Stimmung bin, mir Nahrungsmittel zu besorgen. Ein wenig fühle ich mich wie ferngesteuert.

Ich betrete ein kleineres Verpflegungszelt auf einem Veranstaltungsgelände. In der Mitte ein großer Tresen in U-Form. Der größte Andrang ist vorbei, viel scheint es nicht mehr zu geben. Aber ich versuche mein Glück. Eine Bedienung tritt heran, ich stelle meine Papiertüte auf den Tresen und sorge für eine ausreichende Öffnung, um es der Frau nicht so schwer zu machen. Ich „weiß“, dass jeder Messebesucher drei Dinge erhält: die größere Sache sind ein paar Pancakes; dazu zwei Kleinigkeiten:  ein Quinoa-Fruchtriegel und ein Körnerriegel.

Die Bedienung sieht mich, hat meinen Wunsch erkannt, aber kommt diesem nicht nach. Nicht aus Böswilligkeit und auch nicht, weil keine Zeit dafür wäre. Ich überlege, dass diese Dinge vielleicht doch schon alle vergeben wurden. Ich bin ja auch spät dran.

Beim Aufwachen wusste ich, wo ich die Tüte aus dem Traum finden werde: in meiner Fahrradtasche! Dort liegt sie seit Jahresbeginn. Für das Altpapier fand ich sie zu schade, zum Herumtragen zu blöde. Also lag sie in der Tasche, falls ich mal etwas für einen kleinen Transport brauchen würde. Tatsächlich schaute ich in die Tüte rein, obwohl ich nichts erwartet hatte. Es war aber noch etwas drin: Eine Schleife von einem Geschenk und der Kassenzettel, von einem großen Buch: Werde ein geschmeidiger Leopard.

Szenenwechsel: im Kinderzimmer meines Elternhauses. Als ich in das Kinderzimmer komme, in der einen Hand die leere Papiertüte haltend, ist dort ein ziemliches Durcheinander. Auf dem Bett meiner jüngsten Schwester sitzt eine Mutter, zu ihren Füßen rangeln zwei kleine Kinder. Vor allem der eine Junge ist kaum zu bändigen. Mit seinen kurzen Beinchen trampelt er wild auf einem kleinen Stapel Mini-Pancakes herum. Wie Sprungfedern geben die Pancakes seinem Druck mal mehr und mal weniger nach und werden dabei immer flacher … Bald ist die Luft ganz raus. Hier also sind meine Pancakes … Meine Hoffnung zerfällt bei diesem Anblick. Doch meine Schultern entspannen sich. Wo nichts mehr zu holen ist, muss ich auch nicht mehr um etwas kämpfen. Ich verstehe sofort: hier wurde alles zunichte gemacht. Da bleibt nichts mehr. Thema vom Tisch.

Plötzlich stehe ich — wie zackbumm zurückgebeamt — wieder am Tresen. Die Bedienung kommt mit einem warmherzigen Lächeln auf mich zu, gibt ganz vorsichtig einen Stapel frisch gebackene Pancakes in meine Papiertüte. Dazu einen Fruchtriegel – sehr flach, sehr frisch, sehr angenehm nach Apfel und Datteln duftend – und dazu einen Quinoariegel. Ich bin baff … Da muss ich mich ja geirrt haben? Wurde nicht gerade eben alles zerstört? Nein? Vor lauter Wundern weiß ich gar nicht, ob es weitergeht …

3. Die alte Stimmgabel

Abgeschirmt von einer abdunkelnden Überdachung – ein Nebenschauplatz –  hat sich eine Folk-Rock-Band formiert. Zehn bis zwölf Barden stimmen sich und ihre Instrumente ein. Widerstrebend stelle ich mich dazu, da mir ein Platz außen zugewiesen wird. Die Männer beziehen das Publikum mit ein, das etwas aufgeregt und voller Vorfreude daruf eingeht.  Ich denke — vielleicht sogar laut genug, da es jemand hört — dass es schwierig wird, denn ich kann keines dieser alten Instrumente spielen. Vor Verzweiflung und weil keine Zeit zum Überlegen bleibt, bitte ich um eine Triangel, die mir auch direkt gereicht wird. Die Triangel ist aus sichtlich altem Eisen, eher wie eine einfache Wurstzange geformt, leicht bogenförmig an ihren beiden Enden. Triangel? Wie spielt man die? Einer der Barden nimmt das Instrument an sich, streckt etwas die Zunge heraus und fasst diese vorsichtig zu beiden Seiten mit der Stimmgabel. Genau, dingdong! Das ist eine Stimmgabel! Als die Stimmgabel die Zunge genau so hält, dass sich ein geschlossener Hohlraum bildet, lässt der Sänger seine Stimmbänder vibrieren. Der Hohlraum ist ein fantastischer Klangkörper und Verstärker. Vor Staunen über die Schönheit der so erzeugten Stimme…

… wache ich direkt auf.

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5 Kommentare zu „Wundertüte mit Überraschungen

  1. 3 äußerst faszinierende Träume! Besonders der 1. hat es mir angetan, er ist so ‚abstrakt‘. So viele Botschaften an so wenig Bild/Handlung (so kam’s mir zumindest vor).

    1. Ja, genau so, keine Handlung und der Rest unlogisch. So interessant es sich träumt, so schwierig wird es dann, sobald man wach wird und glaubt, bei Verstand zu sein und alles niederschreiben zu können. 😉

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