Das Traum-Ich, der Hunger und die Aggression

~ Gedanken zum (Traum-)Hunger ~

Der Hunger-Traum – er liegt nun schon etwas zurück – hat mich immer wieder mal beschäftigt. Ab und zu habe ich etwas notiert und als Entwurf gespeichert. Nachdem ich nun ganz satt von all der Backerei bin, will ich diesen Entwurf ordentlich falten und in mein Blog segeln lassen. Gute Reise und pass auf dich auf …

Der Titel des Buches „Das Ich, der Hunger und die Aggresson“ von Perls zählte zu meinen ersten Assoziationen zum Traum. Leicht amüsiert – bei jedoch absolut ernsthafter Grundstimmung – kam der Gedanke, ich habe mich in der Traumnacht womöglich durch die Wand,  im weiteren Verlauf direkt durch die Regalwand ins Buch hinein geträumt. Die Sache ist schnell überprüft:

Blick ins Bücherregal mit den „alten“ Büchern

Kopf und Buch sind vor allem durch die Wand getrennt, wobei der Kopf um ca. 50 cm schräg versetzt auf dem Kissen gelegen haben dürfte. Na bitte, damit erklärt sich der Traum ja schon.

Einige Gedanken zu den Traumsymbolen

  • Suppe löffeln, dabei die Auswertung lesen: Ich würde auch gerne dieses Wissen aufnehmen, es verdauen können. Gestärkt durch das Wissen und Kenntnis der aktuellen Lage könnte ich meinen Weg entspannter und mit mehr Sicherheit fortsetzen.
  • Suppe und Schokopudding: Kürzlich wollte ich mir abends eine kleine Dose Hochzeitssuppe warm machen. Nach dem Hanteltraining hatte ich Hunger. Allerdings hatte ich nachmittags schon einen Schokopudding gekocht, auf den ich mich ebenfalls freute. Die Suppe stellte ich mit etwas Bedauern wieder zu den Vorräten, weil ich sonst zu viele Kalorien zu mir genommen hätte.
  • Schokopudding: Den esse ich öfter, seitdem ich mir ein „schlankes“ Rezept dafür ausgedacht habe. Er befriedigt meinen Schokoappetit Einen Tag vor der letzten Speedweek hatte ich einen Traum:

Eine Animusgestalt hatte sein Haar voller halbflüssigem Schokopudding. Er schüttelte den Kopf wie ein regennasser Hund. Der Schokopudding flog in flüssigen Fetzen um seinen Kopf herum. Direkt beim Aufwachen verstand ich die Traumbotschaft:

Schlag dir den Schokopudding mal besser aus dem Kopf!

Richtig, eine solche Speise ist bei rund 750 Tageskalorien, mit bestimmten Vorgaben, einfach nicht drin. Eine Frage zum Schokopudding ist allerdings geblieben:
Welche Funktion erfüllt dieser Schokoladenpudding eigentlich? Welche im Traum? Welche im Wachleben? Sollte ich mir den Schokopudding auch über die Speedweek hinaus aus dem Kopf schlagen? Sonderlichen Mehrwert für meinen Körper bietet der ja nicht …

Vom Essen, wenn man Hunger hat

  • Der Hunger und der Appetit … oft bin ich nicht so sicher, dass ich diese beiden wirklich voneinander unterscheiden kann. Mein Körper will immer bevorraten.
  • Während der Speedweek bekommt man Hunger deutlich zu spüren, hat aber weniger Appetit. Das schätze ich an der Speedweek, dass man mal wieder ins Bewusstsein bekommt, wie sich Hunger anfühlt und welche Auswirkungen so etwas auch auf die Denkleistung hat.
Rückblick auf die vergangenen Monate

Ich halte mein neues Gewicht. Und so manches Mal seufze ich heimlich in mich hinein: Ganz schön viel Hunger dafür, dass ich doch eigentlich satt sein müsste.

Zumindest gab es eine Erklärung für den Hunger während der letzten Monate. Der war nämlich gerechtfertigt gewesen, auch wenn ich es nicht wusste:
Ich hatte bei gleichbleibendem Körpergewicht einen erheblichen Teil meiner Fettmasse verloren. Da ich gleichzeitig (sichtbar) Muskelmasse aufgebaut habe, blieb das Gewicht in etwa gleich. Das bedeutet also: der Hunger könnte tatsächlich daher gerührt haben, dass ich weniger Energie zugeführt habe, als mein Körper benötigte. Muskelaufbau erfordert Energie. Diese hat sich mein Körper aus den Fettdepots holen müssen und mir ständig signalisiert: nun schaffe mal Futter ran, die Reserven neigen sich dem Ende zu! Das konnte ich aber nicht wissen. Meine Waage zeigt nur mein gleich bleibendes Körpergewicht an, sagt aber nichts über die Zusammensetzung meines Körpers. Da ich mich täglich sehe, sind derlei Veränderungen für mich kaum zu erkennen.

Bis heute blieb die Frage: Wie viel Glauben kann ich meinem Hunger schenken? Körperfett möchte ich nicht mehr abbauen. Gewicht zunehmen möchte ich auch nicht. Aber Muskelmasse aufbauen möchte ich.

Genau, die Rechnung hat einen Fehler: Wenn ich Muskelmasse aufbauen will, werde ich unweigerlich zunehmen, es sei denn, ich verliere weiterhin Fettmasse.

Mein Problem: als ehemals Übergewichtige ist die Vorstellung, dass mein Gewicht wieder höher geht, ein Grauen. Es ist schrecklich, es macht mir Angst. Zumal sich die jeweilige Körperzusammensetzung meiner Kontrolle entzieht. Woher will ich wissen, dass es wirklich Muskelmasse ist, die mich schwerer macht? Das kann doch auch Fett sein?

Ich hatte vor einigen Wochen tatsächlich mit einem Dexa.Scan geliebäugelt. Als mir vorgeworfen wurde, mein Körperfettanteil läge in einem (für mein Alter) ungesund niedrigen Bereich. Aber so ein Dexa Scan ist eine Momentaufnahme, die ich – soll sie der Kontrolle dienen – immer wiederholen müsste. Hallo, ist das nicht ganz schön übertrieben? Ganz genau. Das kommt echt nicht in Frage.

Ausblick

  • Ich könnte mein Spiegelbild und meine Fingerspitzen nehmen, um mögliche Veränderungen der Körperzusammensetzung zu überwachen.
  • Spiegelbild, Körperfalten … das sind doch viel zu ungenaue Methoden. Nee, ich will Auswertungen! Zahlen, Kurven, genaue Berechnungen!
  • Nein, das soll gar kein Thema für mich mehr sein!
Wo liegt das Problem?

Mir fehlt die Erfahrung mit dem aktuellen „so-bin-ich-zufrieden-Gewicht“. Ich war (fast) immer zu dick. Oder, sage ich es mal konkret: ich habe entweder zugenommen oder mal wieder abgenommen. Das kann ich, das kenne ich: Kaloriendefizit, Kalorienüberschuss. Eigentlich bin ich geneigt, ständig Gewicht verlieren zu wollen. Obwohl ich definitiv nicht mehr Fettmasse verlieren will. Mir ist nur diese alte „ich-bin-dick-und-muss-abnehmen-Programmierung“ im Weg, die mich ja mein Leben lang begleitet hat.

Wovor habe ich eigentlich Angst? Kontrollverlust? Vertraue ich mir nicht?

Die Lösung

Inzwischen kam mir einfach so die für mich einfachste Lösung, für die ich nicht mal eine Waage brauche:

Alles ist im grünen Bereich, wenn:

  • meine Bauchmuskeln mindestens zu ahnen sind (= kein Fett zugenommen)
  • mein Rücken nicht so mager ist, dass ich mir ständig Schmerzen an der Stuhllehne zuziehe (= kein Fett abgebaut)

Sollten mir noch mehr solcher einfachen Prüfpunkte einfallen, könnte ich ergänzen. Ist aber nicht notwendig.

Diese Lösung ist gut. Ich bin weder auf Meßgeräte noch Fachleute angewiesen. Und es kommt nicht aufs Gramm an – das entspannt ja mal total. Vor allem macht das richtig gute Laune.

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8 Kommentare zu „Das Traum-Ich, der Hunger und die Aggression

  1. Nettes Buchregal. Wir haben heute Nacht übrigens, falls Sie sich erinneren, zusammen mit (einem jugendlichen) Uli Hoeneß dieses seltsame Brettspiel gespielt, dessen Regeln sich beim Spielen änderten. Auch die bunten Diamantsteine kamen plötzlich hinzu. Bin immer noch ein wenig unsicher, ob Sie beide mich nicht übers Ohr hauen wollten, wobei – es ging ja um nix. Oder war alles in Ordnung, und nur mir selbst war ein Stück Zeit buchstäblich ‚herausgefallen‘, aus dem Bewusstseinsstrom, einfach weg? Wollte Sie als Traumbewusstseins-Spezialistin schon fragen, das war ja eine interessante Sache, ob es sowas überhaupt geben kann, aber Sie würfelten schon weiter … [dann Kater]

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    1. Ach, ist der Hoeneß schon wieder aus dem Gefängnis entlassen?! Nein Quatsch, Denkfehler, im Traum war dieser Fehltritt ja noch Zukunft.
      (Wenn es mein Traum wäre … )
      Sie ziehen in Erwägung, ich könnte ein falsches Spiel mit Ihnen treiben?
      Ja, da bin ich gar nicht beleidigt, denn das kann ich verstehen. Auch ich traue mir manchmal nicht so recht über den Weg. 😉
      Sich ständig ändernde Regeln im spielerischen Miteinander können den Spaß schon etwas trüben. Kennen im Traum alle die Regeln? Wurde etwas abgemacht? Ist man sich einig? Welche Spielregeln änderten sich beim Spielen? Fühlten Sie sich benachteiligt oder war es mehr so das Gefühl, dass Ihnen die Kontrolle über den Spielverlauf fehlt, während die anderen die Fäden in der Hand halten? Oder war alles ganz anders?

      Die bunten Diamantsteine finde ich – so wie ich sie mir vorstelle – faszinierend und leuchtend. Als diese plötzlich hinzukamen, an welchem oder wessen Platz lagen sie da?

      Die Sache mit dem Stück Zeit gefällt mir sehr. Ich würde auch sagen: Ja, das geht bestimmt. Das ist alles derart verschachtelt, dass Ihnen Zeit herausfallen kann, aber trotzdem nicht verloren geht. Landet vermutlich in einer anderen Schachtel, die irgendwie … na ja, so halt.
      Ach, dieser Kater … der hätte ja auch mal etwas später kommen können. So ein interessanter Traum!

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      1. Fragen über Fragen! Ich werde sie auf Kärtchen schreiben, eine davon ziehen und mir dann unters Kopfkissen legen!

        Die bunten Diamantsteine jedenfalls (‚Diamant‘ mehr für die Form; das Material Glas oder eher aus blassbuntem transparenten Plastik wie aus Halsketten-Selberfädel-Bastelsets für Kinder); die lagen nach dem mir verloren gegangenen Zeitstück verstreut auf dem Spielfeld, welches plötzlich ebenfalls mit ganz dünnen, rautenhaft-diamantigen Linien unterteilt war …

        Der jugendliche, etwas feiste Hoeness verwandelte sich später übrigens in einen Labrador-Hund – und genau so einem (auch genau die etwas fülligere Statur!) bin ich heut‘ in Füssen vor einem Schaufenster begegnet!

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        1. Super Idee, die Kärtchen unters Kopfkissen. Liegt da eigentlich noch die Rauchware oder ist die schon zerbröselt?

          Mensch, jetzt auch noch diese rautenhaften Linien! Der Traum wird ja immer spannender und faszinierender.

          Und … hat der Labrador-Hund Ihnen wissend zugezwinkert?

          Ich träumte (na ja, es war mehr eine Vision, zugegeben) mal von einem Vogel, der in der Sonne verbrannte und vom Himmel fiel. Am nächsten Tag kam eine Frau und zeigte mir einen dunkelbraunen Vogelanhänger, den sie gefunden hatte. Das sind so Momente …

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  2. PS: In einer späteren Sequenz habe ich dann – es hatte heftig gewittert im Traum – meine Bohnen[!]pflanzen* wieder eingetopft und die vom schweren Regen umgeworfenen Pflanzgefäße wieder zurechtgestellt, zumindest angefangen … [dann wieder Kater – man kommt hier aber auch zu nix!]

    *) die es hier tatsächlich gibt, mein täglich Augenmerk & Wasserzerstäuber gilt ihnen; nicht dass Sie mich für einen Bohnenfeind halten!!

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    1. Ja, die Bohnen! Da gibt es doch auch ein Brettspiel, ein Bohnenspiel. Das hat sogar „Schatzhöhlen“ (von wegen der bunten Diamantsteine zuvor).
      Nach dem Unwetter haben Sie die innere Ordnung wieder hergestellt? Es wäre auch schade gewesen, wenn es Sie nicht die Bohne interessiert hätte, dass die Pflanzen ihren Halt verloren haben.

      Der Bohnenfeind bin ja eher ich, muss ich zugeben. Deshalb backe ich mir daraus auch Kuchen. Dieses Mehlige ist für den Kuchen ideal, aber wenn ich so eine weiße Bohne als ganze essen soll, da schnürt es mir so die Kehle zu. Hülsenfrüchte sind halt eine gute Eiweißquelle, auf die ich nicht verzichten möchte. Dagegen esse ich total gerne grüne Bohnen. Früher aus dem eigenen Garten … oh mein Gott … welch eine Köstlichkeit.

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