Training in Trance

Als ich den Turnraum betrete, hat das Warm-up zum Langhanteltraining längst begonnen. Die Umgebungstemperatur ist entsprechend knuffig – wie an einem großen, warmen Feuer. Es ist ein anderer, ein kleinerer Raum als sonst. Auch befindet sich in seiner Mitte ein Arrangement unseres Trainers: ein locker drappiertes weißes Frotteehandtuch, auf dem eine Klangschale aus gehämmertem Kupfer steht. In dessen Mitte wiederum ein brennendes Teelicht. Neben der Klangschale liegen einige bedruckte Papiere mit reichlich handschriftlichen Notizen. Vermutlich Anmerkungen des Trainers zu den einzelnen Trainingseinheiten.

Eieiei, ist das hier eng! Ich finde kaum einen Platz zum Trainieren. Jedenfalls keinen, an dem ich meine Arme ausbreiten könnte (beispielsweise zum Seitheben mit Hantelscheiben). Das Marschieren auf der Stelle zum Warm-up ist auch nicht sorglos möglich, will ich nicht versehentlich auf das Zeug eines anderen treten. Mein Blick fällt auf unseren Trainer, der – einen Schritt vom Teelicht entfernt – mit der Langhantel auf der Stelle marschiert.

Der Bart sah im Traum natürlich realistischer aus. Die Ausstrahlung aber passt.

Seine Augen sind geschlossen, der Kopf liegt leicht im Nacken und dabei leicht nach rechts geneigt. Er scheint in Trance zu sein, bewegt die Lippen zur Musik aus der Anlage und doch wie bei einem Gebet. Verwundert überlege ich, ob ich bisher etwas übersehen habe … dies scheint ja mehr der Auftakt zu einem Sufi-Tanz zu sein. Ja wirklich, dass mir das nicht längst schon aufgefallen war: er sieht aus wie ein Derwisch! Und wie lebendig die Wellen seines gepflegten Vollbartes wirken … Schade, dass ich kaum Bewegungsfreiheit habe. Da ich zu spät gekommen bin, will ich nicht klagen und schweige.

Anmerkung:  Die Bartwellen assoziierte ich mit  dem Bild  von  Hokusai „Die große Welle vor Kanagawa“, wenngleich der Bart weniger wild wogte, sondern in ganz ruhigen Wellen bis zur akkurat gestutzten Bartkante auslief. Das war mir beim letzten Training tatsächlich aufgefallen, dass der Bart so gepflegt aussah.

Die große Welle vor Kanagawa von Katsushika Hokusai

 

Den Traum „Ich habe Hunger“ hatte ich im Anschluss an diesen Traum. Fast so, als wäre ich im Traum nur einen Raum weiter gegangen. Erst jetzt fällt mir auf, dass das Koch-Kunst-Bild, mit dem ich den Hunger-Traum illustrierte, eine ähnliche Farbgebung wie Hokusais große Welle. hat. Wenn da mal nicht des Trainers Bart meinen Suppentopf gestreift hat!

Warum erzähle ich diese Träume in der falschen Reihenfolge? Na, weil ich doch so schlecht zeichnen kann und ich die Trainerzeichnung auf morgen und morgen und nochmal morgen verschoben hatte.

Die Versuche, den Trainer entsprechend der Welle und der Koch-Kunst zu gestalten, sind ebenso gescheitert. Hier, der Vollständigkeit halber, ein Beispiel:

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5 Kommentare zu „Training in Trance

    1. Und ich eben so. Höh? Rechts oben?? Ach das! //Stirnklatscher// Für einen Beitrag hatte es mir nicht gereicht und ich sagte mir so; klatsch es doch einfach in die Seitenleiste. Schön, dass Sie die Collage entdeckt haben. Noch schöner natürlich, dass sie ansprechend ist. Dankeschön. 🙂

    1. Das ist unterschiedlich. Leider ist es momentan meist eine Zeitfrage und da schneide ich eine Aufnahme oft nur zu und geben eine Filter drüber. Allerdings gebe ich den Bildern lieber eine persönliche Note, wenn die Zeit dafür bleibt. Manchmal mache ich auch eine Collage, auch mal plus Filter hinterher. Beim Traumbild hier, habe ich eine Skizze vom Trainer angefertigt, mit Gimp „angemalt“, in ein Foto montiert. Dann wieder einen Filter drüber, damit es nicht ganz so schrecklich ausschaut. Und dann noch einen Filter und von diesem wieder einen Teil wegradiert, wo es mir zu viel war. Bei mir bleibt kein Pixel auf dem anderen! Ganz furchtbar. Am Ende weiß ich oft selbst nicht mehr, was ich von allem halten soll. 😉

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