Ruhen | Squat Jumps | Laufen

Langatmiger Lagebericht

Gestern, Dienstag

Blockierter Lendenwirbelbereich | Radfahren

Die Nacht und der Schlaf hatten meinem Rücken gut getan. Der gesamte Lendenwirbelbereich fühlte sich etwas(!) entspannter an. Allerdings wehrte sich mein Körper mit Steifheit gegen das normale Rotieren des Beckens. Damit ist keine eigens ausgeführte Rotation gemeint, sondern jene beim alltäglichen Bewegen übliche. Es fühlte sich nach einer Sicherheitsmaßnahme meines Körpers an, der so verhindern wollte, dass ich mir da so richtig was „schreddere“. Deshalb sah ich davon ab, mich vorsichtig in den Schmerz hineinzubewegen, um eine etwas bessere Beweglichkeit zu erzeugen. Lieber noch ein bisschen da hinhorchen und abwarten. Der Tag war ja noch jung, und eines ging vorzüglich: Radfahren!

Tagesbild vom Dienstag | Hach ja, der Mohn … kommt keiner drumrum. Will ja auch keiner.

Als ich später abstieg, spürte ich direkt die Linderung im Vergleich zu vorher, als ich losgefahren war. Trotzdem … sobald ich langsam ging, sperrte sich mein Rücken bis fast zu den Schulterblättern hinauf. Damit fehlte mir auch das Gefühl dafür, wann ich meinen Rücken gerade hielt, da sich das  auch nicht gut/ richtig anfühlte. Na ja, der Tag war noch nicht mal halb rum. Abwarten.

Alltagsbewegung

Genau, den Dienstagslauf hatte ich eh aus dem Plan genommen und hakte ihn damit endgültig ab. Wenn der Rücken nicht mitmacht, kommen die Stöße beim Aufsetzen der Füße bestimmt nicht gut bei den Bandscheiben an. Und wie wollte ich auch laufen, wenn das Becken nicht frei rotieren kann.

Im Tagesverlauf gab es viel unterschiedliche Alltagsbewegung mit Schonung/Umschiffung der Bewegung blockierter Körperbereiche. Später noch einmal kurz aufs Rad. Wowowow!! Schmerzfrei durch Radfahren, das ist ja cool. Kurz: nachmittags fühlte sich alles erheblich besser an, auch mein Becken wurde beweglicher. Ich merkte es daran, dass ich es nicht mehr merkte. Gegen 16 Uhr entschied ich mich dafür, abends zum Jumping Fitness zu gehen. Selbst wenn Jumpen nicht drin wäre, ich könnte wunderbar auf der weichen Sprungmatte rumfedern. Schon allein wegen der lauten Musik.

Jumping

Der Jumpingabend ist meist in drei Abschnitte unterteilt. Im ersten geht es noch nicht soo zur Sache. Günstige Minuten für mich, um zu beobachten, ob mein Körper das so mag. Vorteil: man achtet unter solchen Umständen noch pingeliger auf eine stabile und gerade Körpermitte. Welcher Art die Sprünge auch waren, ich achtete immer auf die jeweils korrekte Rückenhaltung (unendlich viele Videos habe ich mir zu dem Thema schon angesehen. Bei welcher Übung sollte der Rücken wie gehalten werden. Daran denken, dass der Kopf auch noch der verlängerte Rücken ist. Manchmal fühlt sich die korrekte Rückenhaltung ein wenig nach Hohlkreuz an. Dieses „wenig“ zu erkennen und zu wissen: so ist es genau richtig. Und und und … –  In meinem Kopf schwirrten also viele Anforderungen herum).

Squat Jumps

Nach 20 min, war ich eingejumpt. Ich hatte die Grenzen für diesen Abend ausgelotet. Ja, und dann kamen Squat Jumps. Nach einer Reihe von Squat Holds und Squat March hieße es: Jumps aus der Kniebeuge heraus. In der Luft die Beine leicht spreizen, dann wieder in der Kniebeuge landen. Klar ey, dachte ich so, kenne ich. Anstrengend sind die, aber auf diesem weichen Trampolin dürfte das leichter sein als auf dem harten Fußboden. Ich Oberschlaumeierin! Beim Landen in der Kniebeuge durften wir nämlich nicht mitfedern, sondern musste das Nachfedern komplett mit den Beinen abfangen und danach, ohne den Schwung, wieder hochspringen. Meine Oberschenkel haben sowas von schnell gebrannt! Das muss ’ne Menge Endorphine rausgeschwemmt haben, ich war selig vor „Schmerz“ und Glück. Zum Ende der Jumpingstunde steigert sich dann ja noch weiter die Intensität und … erst als ich nassgeschwitzt zum Fahrrad ging, merkte ich plötzlich: ich bin ja schmerzfrei und vor allem: weich und beweglich! Ich rotierte mein Becken. Ging! Ich drehte damit ein paar liegende Achten … ging! Der gesamte Rücken fühlte sich wieder gerade gebogen an. Aber nicht zu übermütig werden, mal abwarten, wie es morgen früh aussieht.

Heute

Aufgestanden und erst mal gar nicht an den Rücken gedacht. Dafür an die vielen Muskelkater, die es sich in meinem Körper gemütlich gemacht haben (vor allem der komplette Bauch (TRX sei dank) und der Trizeps (sieht richtig aufgepumpt aus. Freue mich, denn hatte anfangs Mühe, den Trizeps überhaupt zu treffen und zu trainieren)

Dann wurde es mir bewusst: ich habe gar nicht mehr Rücken! Probelauf zur Garage … yessss! Na, da hole ich heute den Lauf von gestern nach. Feinstes Sommerwetter, Temperatur noch angenehm. Vorfreude und zugleich wie aus dem Nichts setzte er ein, der „aber anstrengend isses ja doch irgendwie-Modus“

Laufen

Ganz gemütlich startete ich den Lauf. Ein nüchterner Genusslauf, mehr muss ja gar nicht sein. Mein Körper fühlte sich geschmeidig an. Nirgendwo mehr eine Sperrigkeit. Das ist ein so wunderbares Gefühl.

Ich lief die übliche Runde. Auf den letzten drei Kilometern packte mich doch noch der Ehrgeiz, ich wollte unter 60 min.bleiben, ohne das aber erzwingen zu müssen. Es wurde ziemlich knapp. Hier meine Freunde vom Wegrand. Es gab ein wildes Geschnatter als ich herannahte. Ich muss ungeheuer schnell gewesen sein!“ 😉

Nüchternlauf | 10,2 km | 0:58:57 | Pace: 5:47 (sonnig, 19° im Schatten)

 

Advertisements

11 Kommentare zu „Ruhen | Squat Jumps | Laufen

    1. Das ist halt so eine Sache … Auch wenn es im Beitrag anders klingen mag: restlos vertrauen mag ich mir und meinem Ausloten trotzdem nicht. Insgesamt kann ich dennoch sagen, dass es sich während der letzten Jahre für mich bewährt hat und ich nebenbei meinen Körper immer besser kennengelernt habe.

      1. Ich wäre viel vorsichtiger gewesen als Du.
        Was ist es? Das Unbedingt-weiter-machen-wollen oder die Überzeugung, weitestgehend Deinen Körper zu kennen, weitestgehend autonom handeln zu können?

        1. Nein, ich muss nicht unbedingt weitermachen – bin von Natur aus ein bequemer Mensch, der eh zuwenig Zeit für die anderen Interessen neben dem Sport hat.
          Nein, ich bin nicht davon überzeugt, meinen Körper zu kennen. Ich bin dabei, ihn kennenzulernen – weiter bin ich nicht.
          Oftmals würde ich gar nicht so gerne autonom handeln, vor allem nicht, was Verletzungen anbelangt. Leider findet man bei den Mediziniern oft keine Hilfe. DIe schauen auf den Monitor, nicht auf den Patienten. Es gibt Ausnahmen und ich bin froh, dass ich diese gefunden habe. Nur decken diese nicht alle Bereiche ab.
          Was ist es also?

          Es sind die Erfahrungen, die ich während der letzten vier Jahre gesammelt habe. Damals hatte ich überall Schmerzen. Knie, Hüfte, Rücken. Ich war völlig unbeweglich vor Schmerzen. Schließlich konnte ich nicht mehr auftreten, weil die Hüfte derart schmerzte. Einen Tag später begann ich mit dem Walken. Die Hüfte wurde in den nächsten Wochen besser und war schließlich schmerzfrei. Ich ging zum Laufen über, mit der Zeit verschwanden die Schmerzen in den Knien. Ich begann mit Krafttraining und meine Rückenschmerzen vergingen. Ich begann mit allem sehr moderat, passte mich meinem Körper an, der immer stärker, stabiler und flexibler wurde. Dann kam ein Winter, ich stürzte im Schnee. Dazu kam eine Zahnarztbehandlung mit überstrecktem Nacken. Ergebnis: Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule. Der Orthopäde malte mir eine finstere Zukunft aus. Schmerzen! Ein Jahr wollte er mir Schmerzfreiheit schenken, mit Infusionen, die mich mind. 500 Euiro gekostet hätten, wenn nicht das Doppelte. Wahlweise hätte ich auch einen Kassenpatiententermin ein Vierteljahr später bekommen können. Ich hatte schlimme Schmerzen. Niemand konnte mir diese nehmen. So war es. Und so unglaublich es ist: meistens hat Bewegung mehr bewirkt und geholfen, als Schonen. Was wiederum nicht heißt, dass ich mich nicht schonen würde, wenn es sein muss.

    1. Ja, von mir. Mit der Knipserei locke ich mich raus zum Laufen oder Radfahren. Ich spiele gerne mit Foto-Apps herum und/ oder bearbeite die Aufnahmen mit Gimp. Freut mich wirklich, dass Dir was davon gefällt. 🙂

        1. Ah ja, das kenne ich auch. Bin auch schon reingefallen. Ich mache das aber nicht mit Absicht hier! 😉
          Schon mein Opa hat immer gesagt, wenn eine ZIrkussendung im Fernsehen war: Alles Trick!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s