Speedweek – 3. Tag

Schlafenszeit, gestern

Wie schon am Vorabend, schien in meinem Kopf die große Beleuchtung an und ich konnte lange nicht einschlafen, obwohl ich sehr müde und vom Cardo erschöpft war.

Die Nacht

Nach nur kurzem Schlaf wurde ich wieder wach. Brennender Kopfschmerz hinter der Stirn, Kratzen in der Speiseröhre und im Magen, so als staute sich dort etwas.

Früh morgens kam der Traum „Entgleisung“, Ich bin noch nicht ganz dahinter gekommen, was dieser mir sagen will. Übereinstimmend ist auf jeden Fall das Angstgefühl, das ich nachts ebenfalls hatte. Nicht wegen der körperlichen Symptome an sich, sondern wegen der Sorge, ich könne mitten in der Nacht ohnmächtig werden, die Kontrolle verlieren, mir nicht mehr selbst helfen oder um Hilfe bitten können. Dabei ging es mir soo schlecht auch nicht! Da ich während der zweiten Speedweek ähnliches Unbehagen hatte, vermute ich einen Zusammenhang mit der gedrosselten Kalorienzufuhr in Verbindung mit den zerrenden Cardioeinheiten. War vielleicht etwas viel, auch weil es so warm und schwül war.

Start in den Tag

Weil der Wecker mich aus dem Traum gerissen hatte, machte ich ihn direkt aus und … schlief offenkundig weiter. Zum Glück bin ich gerade noch rechtzeitig hochgeschreckt. Hat jedenfalls gereicht, den Kreislauf von 0 auf 100 zu bringen, so dass ich erst später merkte, wie wackelig ich auf den Beinen bin. Weiche Kniekehlen und so. Ich trank erst mal Leitungswasser und hatte unerwartet das Gefühl, selbst das vertrage mein Magen nicht. Schon im Hals ein Sträuben.

Ich habe dann eine Runde mit dem Fahrrad gedreht. Ein wunderbar kühler Morgen.

Dahinter lebt ein Hahn! Er krähte und krähte. Sollten die Kirchturmglocken in der Ferne geläutet haben, so hat er sie übertönt. Ich glaube, der Hahn nimmt es sogar mit meinem Staubsauger auf. Oder im Herbst mit den Laubsaugern. Aber die verirren sich dorthin nicht.

Check-up

Am späten Vormittag ließ ich meinen Körperfett- und Muskelanteil bestimmen und vermessen. Kurz das Ergebnis: ich bin zu mager (KFA 18%) und das sei ungesund. Immerhin, die Muskelmasse liegt deutlich über dem Durchschnitt. Mir wurde eine Tabelle vorgelegt, laut der für mein Alter mindestens 23% Körperfettanteil empfohlen werden. Ich fragte, welcher Wert für jüngere Frauen gilt. Wollte das zum Vergleich wissen. Okay, 21% also. Jetzt habe ich mal im Internet gestöbert. Erstes Ergebnis: 29,7% sind für mein Alter gut, 33,1% sind mittel. Was bedeutet mittel? Bei Marathonfitness wiederum lese ich:

„Frauen mit deutlichem Übergewicht – 30 % Körperfettanteil
Frauen mit Speckröllchen – 18 % Körperfettanteil“

Speckröllchen! Na bitte.
Einordnung nach ACE: Frauen mit 14% bis 20% gelten als athletisch.
Ich habe die Check-up Werte in der Rentner-Bravo wiedergefunden:
Frauen (40 – 59 Jahre): < 23,0 = niedrig.
Ich kann dazu sagen: Mit 25% KFA ging es mir nicht so gut wie heute.

Bei Fitness Experts gibt es übrigens Bilder zum Vergleichen. Die Vergleiche sind schwierig, weil das Fett eben nicht so verteilt ist, wie bei den Abgebildeten. Außerdem bin ich deutlich älter, habe deshalb eine andere Figur. Je nachdem, welchen Bereich meines Körpers ich vergleiche, liege ich mal bei 19-20%, andere Bereiche eher bei 22-23%. So, und damit kommt das Thema erst mal zu den Akten. Das ist doch okay so.

Training

Oho! Ich habe, außer den 30 min. Zirkeltraining, das für heute eingeplante Training auf morgen verschoben, um mich heute noch zu erholen. Ich fühlte mich dem nicht gewachsen. Das ist natürlich gewagt, da morgen außerdem ein Lauf ansteht (weil es mich glücklich macht). Schwierig zu beurteilen, wie mein Energielevel da sein wird. Wenn mein Körper dem nicht gewachsen ist, werde ich das Hanteltraining am Freitag machen. Oder am Samstag, wenn der Tank wieder gefüllt wird. Das gefällt mir nicht, aber die Vernunft hat gesiegt.

Hunger

Am späten Vormittag und am Nachmittag (zwischen Frühstückskuchen und Quark) hatte ich zwei Hungerattacken. Allerdings ohne jeden Appetit auf Essen. Der Körper verlangte unangenehm nach Energie. Als es nichts gab, war es nach einigen Minuten einfach vorbei. Ruhe. Das Unangenehmste war die Schwäche beim Radfahren, bei allen Tätigkeiten.

Futter

Untertitel: Wer nicht trainiert, soll wenigstens ordentlich essen! 😉
Als ich meinen Frühstückskäsekuchenteig anrührte, kam mir die Idee, ein Drittel des Eiweißpulvers für die Quarkspeise am Nachmittag aufzusparen. Dem Kuchen schadet es nicht, und nachmittags freue ich mich über die kleine Zugabe.

Den Quark am Nachmittag verlängere ich mit Wasser und schlage alles mit dem Mixer schaumig. Und ich dachte noch, als ich das Eiweißpulver hinzugab:
1 + 1 = 3
Von wegen! Das schäumte derart auf; vom Volumen her hätte ich die Nachbarschaft dazu einladen können. Ich habe das dann mit ein wenig Konjakmehl stabilisiert. Mache ich morgen wieder, aber so schaumig soll es nicht wieder werden. Da ist mein Bauch hinterher ja aufgeblasen wie ein großer Luftballon! Ich serviere: Rote Götterspeise (ohne Zucker) mit Quarkschaum:

Und das war nur ein Teil des Quarkschaums …

Zum Abendessen gab es auch das Gleiche wie gestern. Das sättigt gut. Seitdem hat sich kein Hungergefühl eingestellt.

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4 Kommentare zu „Speedweek – 3. Tag

  1. Wie hast Du denn den Körperfettanteil bestimmen lassen? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass zumindest die Waagen für Zuhause eine ziemlich von allen möglichen Faktoren abhängige Streuung um einen unterstellt vorhandenen wahren Wert ergeben …

    1. Ja, das ist schon so eine typische Impedanzwaage mit Handsensoren. Ich achte darauf, immer die gleichen Voraussetzungen zu schaffen (Ernährung am Vortag, gleiche Uhrzeit, Blase leer, trockene Haut, bestenfalls auch ähnliches Training am Vortag, Trinken , … So lässt sich zumindest recht zuverlässig eine Tendenz erkennen – um die geht es mir vor allem. Was die genaue Prozentzahl anbelangt, bin ich eh skeptisch. Ich finde nämlich, dass ich keineswegs nach 18% aussehe, sondern mind. 20% (damit schmeichele ich mir wahrscheinlich sogar noch). An sich ist mir der genaue Wert nicht wichtig, müsste ich mich nicht mit dem Vorwurf auseinandersetzen, es wäre im ungesunden Bereich.
      Ich bin übrigens mal zur Kontrolle mehrmals hintereinander zur Messung auf die Waage. Die hat immer das Gleiche ausgespuckt. Naja, letztlich zählt in optischer Hinsicht der Blick in den Spiegel und das was meine Hände fühlen. 😉

      Nachtrag: die gleichen Bedingungen hatte ich dieses Mal wegen der Speedweek nicht. Bin deshalb auf die nächste Messung – wieder unter den üblichen Bedingungen – in sechs Wochen gespannt.

      1. Ich bin halt – aus meiner Ausbildung als Physikerin heraus – immer so ein bisschen auf die Frage nach systematischen und statistischen Unsicherheiten aus. Die systematischen reduzierst Du ja mit den gleichen Bedingungen ganz gut (oder sorgst zumindest dafür, dass Du zumindest immer die gleiche Verschiebung hast), somit sollten Tendenzen ganz gut erkennbar sein.

        Dass die Waagen bei mehrfach hintereinander draufstehen wieder dasselbe anzeigen, habe ich auch schon ausprobiert …

        Ich glaube, ich würde über die vorhandene Unsicherheit bei den Dingern argumentieren, bezüglich des ungesunden Anteils – hast Du eigentlich mal einen sportmedizinischen Check-Up gemacht? Damit ließen sich eventuell Vorwürfe ersticken – oder Fehlentwicklungen erkennen und korrigieren. Du betreibst ja schon recht intensiv Sport und in der Hinsicht wäre das vielleicht sinnvoll, wenn Du es noch nicht getan hast.

        Ist natürlich nur eine Anregung, soll keine Kritik sein!

        1. Ja, ich habe Deinen kritischen Blick wahrgenommen, diesen aber der Sache zugeordnet und deshalb nicht persönlich genommen. Der kritische Blick ist ja auch zu recht.
          Ja, ich hatte darauf hingewiesen, dass es Schwankungen sein könnten oder dass der niedrige Wert schlicht daran liegt, weil mein Fett irgendwie so verteilt ist, dass eher niedrigere Werte als real angezeigt werden. Taube Ohren. An ein sportmedizinisches Check-Up habe ich da schon beim ersten Mal gedacht, als mein Wert noch niedriger war. Allerdings geht es mir blendend, weshalb ich das schnell wieder vergesse.. Vielen Dank, liebe Physikerin, bin immer an Deiner Meinung interessiert! 🙂

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