Den Beinen wird was abverlangt

Nachdem ich Montagabend vor Müdigkeit quasi umgefallen bin, überlegte ich beim Aufwachen gleich, ob ich Laufen gehen soll oder nicht. Wenn der Körper tatsächlich zu erschöpft ist, bringt so eine Einheit nicht viel, außer womöglich Schaden. Ich fühlte mich zwar recht gut erholt, lief und lief trotzdem nicht los. Schaute stattdessen mehrfach auf die Wetter-App, die zügig steigende Temperaturen anzeigte. Tja, je länger ich warte, um so kuscheliger wird es dann eben.

Das Beintraining vom Vortag war glücklicherweise auch in die verlängerten Beine gegangen. Sobald ich ein bisschen den Po anspannte, zwiebelte das ganz schön. Fühlt sich immer so an, als hätte man riesige stahlharte Backen da hinten. Überprüft man das aber mit den Händen … Okay, lassen wir das. Die Waden katerten ebenfalls leise vor sich hin. Sah also alles nach einem interessanten Lauf aus.

Beides! Beintraining ist voll für ’n Arsch.

Gegen Mittag bekam ich langsam Hunger. Auf dem Plan allerdings: ein Nüchternlauf! Hunger ist ein Argument – geht also! Hätte ich geahnt, dass die Männer eines Umzugsunternehmens vor dem Haus Spalier stehen würden, hätte ich rasch noch Lippenstift aufgetragen. Meine Farblosigkeit habe ich einfach mit einem sportlichen Grinsen überspielt und dann war das auch schon überstanden.

Loslaufen! Der Asphalt schon spürbar aufgewärmt. Die geplante Runde würde aber reichlich schattige Abschnitte bieten.

Bis zum Steg ist es nicht so weit. Ich liebe das Geräusch, wenn ich über das Holz laufe.

Im Wald ist es weniger kühl als erwartet. Aber noch sehr angenehm. Tja, und als ich wieder ins Freie komme, meine ich in der Ferne ein Schiff im Feld zu sehen. Hä, Schiff?? Oups, fast hätte ich die Bauarbeiter, die im Baumschatten Mittagspause machen, gar nicht gesehen! Ich winke fröhlich – weil dann fast immer freundlich zurückgegrüßt wird, was mir wiederum gute Laune bereitet. Aber dieses Schiff da, was soll das? Vor Neugier lief ich schneller, leichter … Dann war ich da. Möööh, sowas! Bei näherer Betrachtung entpuppte es sich als Baufahrzeug. Moment … Baustelle? Tatsächlich! Meist bedeutet das: hier geht es nicht weiter, laufen Sie die Kilometer ruhig wieder zurück!

Ich schaute nach links …
Ich schaute nach rechts …

So ein Glück, der Abschnitt war echt nicht gesperrt! Die nächsten Kilometer boten nichts Neues. Ich spulte sie ab, schwitzte heute recht kräftig und sehnte zwischendurch auch mal die Ankunft am Ziel herbei. Dieses Sehnen verliert sich aber immer wieder und ich genieße die leichte Anstrengung im Schatten. Nach über der Hälfte, zwischen Sportplatz und Bundesstraße sitzt ein Radler auf einer sonnigen Bank. Mit zusammengekniffenen Augen schaut er mir entgegen. Ich winke selbstbewusst, sage gleichmütig „Hallo!“ und er nickt grinsend zurück. Blöder Begegnungspunkt, da es nun in den Wald geht und der Abschnitt ein einsamerer ist. Einige Zeit später biege ich in die letzte lange Schneise ein. Hier spürte ich dann auch eindeutig: Mist, da brennt eine fette Blase am Ballen.

Diese langen Schneisen sind oft eine mentale Herausforderung

Am Anfang denke ich immer: Das zieeeeeeeeht sich hier immer! Kein Ende in Sicht. Und doch ist es jedes Mal so, dass ich viel schneller da am winzigen Punkt ankomme. So viele Mücken dort!

Bald sah ich die Baustelle von der anderen Seite und konnte einen Weg früher in den Wald einbiegen, so dass ich schließlich wieder den Steg erreichte. Schon war auch dieser Lauf Vergangenheit.

11,3 km | 1:07:08 | Pace: 5:56

Abends noch eine Stunde Jumping Fitness dran gehängt. Heute mit einer anderen Trainerin. War super anstrengend. Der Puls wurde ziemlich zu Anfang gleich in eine Höhe katapultiert, wie ich das schon lange nicht mehr erlebt habe. Huh! Harte Einheiten, die Beine und die Lungen brannten wie Hölle, wollten nachgeben, aufhören. Ich hätte mehrmals fast geheult, während ich mich durchgebissen habe. Und wenn man denkt, man macht vielleicht doch mal langsamer und zieht die Beine nicht so hoch, steht die Trainerin plötzlich hinter einem , schaut dich im Spiegel an und befiehlt in strengem Tonfall: „Weitermachen, jetzt nicht aufhören!“ Hahaha, zu geil! Hat mir gut gefallen.

Noch ahnen wir nicht, dass wir heute hart rangenommen werden. 😉
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5 Kommentare zu „Den Beinen wird was abverlangt

    1. Hoppala, Ihr Kommentar war im Spam gelandet. Wundert mich angesichts des Themas eigentlich nicht; bin beim Jumpen auch immer froh, wenn ich wieder auf der Sprungmatte lande und nicht in dem Blecheimer mit den benutzten Papiertüchern.
      Höhenmeter … 😀
      Übrigens, was meinen jüngsten Kommentar bei Ihnen (Wadenthematik) anbelangt … bin letzte Nacht abgemahnt worden: habe gealbträumt – und bereue … 😉

  1. Puh, der Lauf klingt zu hart für mich – so mit Blase und massivem Muskelkater. Da würd‘ ich mich abends auf’s Sofa legen, glaube ich.

    Na ja, wobei … die Waden mögen mich jedes Mal nicht so gern, wenn ich die Fivefingers nach längerer Pause wieder auspacke, danach geht’s gut und wird schnell schneller. Aber dieses Jahr habe ich mich schon dran gewöhnt.

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