Vom Loslaufen

Gestern, kurz vor dem Einschlafen, legte ich verbindlich für mich fest, dass ich heute direkt nach dem Aufwachen aufstehen und meine Laufrunde starten würde.

Lege ich keinen Zeitpunkt fest, döse ich am Sonntag  erst mal rum, stehe irgendwann auf und es gibt ausgerechnet dann so unendlich viele Dinge zu erledigen. Und zwar VOR dem Laufen. Diese Dinge dulden plötzlich keinerlei Aufschub. Vor allem dann nicht, wenn man schon bei dem Gedanken daran, die noch schlafwarme Haut mit der kühlen Draußenluft zu konfrontieren, gleich wieder zurück ins Bett möchte. Wenn dann die Entscheidung für oder gegen das direke Loslaufen noch nicht hunderprozentig steht, beginne ich das zu schieben … Wäsche sortieren, erst mal noch den zweiten Kaffee trinken, mich vor dem Spiegel drehen, die Laufhosen umstapeln, aus dem Fenster schauen … und eigentlich ist ein Nachmittagslauf doch auch ganz schön? Warum sollte ich mich raustreiben, wenn doch mein Körper so ganz eindeutig noch schläfrig und schlapp ist? So viel trainiert die Woche, der Körper muss doch auch mal langsam machen. Man muss sich auch mal Gutes tun, wenn schon kein Pflichttermin ansteht. Und überhaupt, wie schön ein Abendlauf ist! Untergehende Sonne und so. Ach, es sind Gewitter angesagt? Nee nee, das ist doch immer nur gebietsweise! Zieht doch eh meist vorbei.

An sich ist das kein Problem (zumal ich da auch Dinge erledige, die ich ansonsten gerne aufschiebe – plötzlich geht das, haha.). Was mich an der Sache allerdings gewaltig stört:

Die Sache dominiert meinen Tag, bis ich das endlich erledigt habe. Sie wird zu einer Angelegenheit, die ich nur noch erledigt haben will, weil mehr und mehr schlechte Gefühle damit verbunden sind, und weil man ja eigentlich …  Großer Nachteil: Auf diese Weise verderbe ich mir die Freude am Laufen! Aus diesem Grund verabrede ich mich gerne zu einem festen Termin mit mir.

So war es dann heute: Brrrrhh, meine Haut sträubt sich ängstlich, als ich – quasi noch schlaftrunken – durch die Tür in die Sonne trete. (Ganz schön warm, by the way … lange geschlafen, jaja …). Einen Fuß vor den anderen. Der warme Kaffee schwappt im Bauch rum, die Beine fühlen sich steif an. Werde ich überhaupt laufen können? Gewohnheitsmäßig stelle ich die Uhr ein und laufe los. Ganz einfach ist das. Gibt kaum einfachere Dinge als dieses Loslaufen.

Diesen Ausblick hat man am vermutlich höchsten Punkt der Laufstrecke.

Der erste Kilometer war tatsächlich etwas unrund, ich brauchte ein wenig, um meinen Rhythmus zu finden. An anderen Tagen gleite ich wie von allein in den Laufmodus und alles ist erst einmal leicht. Am See schlage ich den ersten Haken, einfach weil mir danach ist, dann zurück auf die übliche Strecke, später wieder Haken … das macht Spaß.

Echt stylish, die Sonnenbrille.
Gut 12 km sind zusammengekommen. Nicht viel, aber auch nicht zu wenig. Ich bin zufrieden.

Am Abend dann wieder die freiwillige Krafttrainingseinheit. Ich hatte richtig Lust drauf, nachdem ich am Samstag meine Muskeln nur benutzt habe, um die Säcke mit der Blumenerde vom Hof auf den Balkon zu tragen. Aber welch ein Vergnügen das war! Ich erinnerte mich daran, wie schwer diese Säcke letztes Jahr waren. Gestern, ich in Pumps und elegantem Blüschen: zack, einen der Säcke aus dem Kofferraum über die Schulter geworfen und „entspannt“ die 50 m zur Haustür spaziert. Das sind Momente. Genau, und deshalb war ich scharf auf das heutige (eher umfangarme) Training:

  • Mobility diesdas
    vor allem – wie meist – die Gnubbsel aus den Beinen rollen
  • Good Mornings
    20 x 26 kg | 20 x 26 kg | 20 x 26 kg | 20 x 26 kg
    Dieses Mal darauf geachtet, den Po mit jedem Aufrichten fest und langsam zusammen zu kneifen, um wirklich den ganzen Saft herauszupressen. Das lief super. Auch die Verbindung zu den Beinbeugern war so gut, dass ich sie wirklich gezielt aktivieren konnte. Das war nicht immer so gut und deshalb Anlaß zur Freude.
  • Chin ups
    unter dem Küchentisch, ausgestreckte Beine
    15 | 14 | 13
  • Flachbankdips
    Beine hochgelegt, 13 kg Zusatzgewicht auf Oberschenkel
    10 | 10 | 10
  • Swim Pulls (Trizeps)
    mit Schlingentrainer
    4 x je 20
  • Bizeps-Curls Langhantel
    13 x 16 kg | 13 x 16 kg | 13 x 16 kg | 14 x 16 kg
    Wollte unbedingt die 14 Wdh. schaffen, obwohl mein Körper es nicht zu schaffen schien *roarrrr* Die ganze Wut darüber reingegeben und quasi erzwungen.
  • Flachbankdrücken – Langhantel
    enger Griff
    10 x 26 kg | 12 x 26 kg | 13 x 26 kg | 11 x 26 kg
  • Sonnengruß
    5 min.
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